Mehr über Zelte: Outwell Nevada M und ein Nachtrag

Ein letztes Mal diente uns das im letzten Artikel beschriebene Our Planet Cordilliera 4 zum Anfang dieser Sommerreise noch als Hauptzelt. Dann endete ein Besuch beim britischen Ausrüster „Go Outdoors“ mit dem angedrohten Kauf eines größeren Familienzelts. Gleich mehr zu diesem, doch nicht ohne die Abschlussepisode des Zelts, das sich fortan „unser Mittelgroßes“ nennen soll:

Wir hatten den Besuch beim Ausrüster bewusst direkt an den Anfang der Reise gelegt, wir wollten uns nicht mehr lange mit dem alten Cordilliera 4 abgeben, führten es aber als Reserve noch mit. Nach Fährfahrt und Kauf des neuen Zelts wurde es spät, als wir auf dem ersten Campingplatz ankamen, und der Bauer zeigte mahnend auf aufziehende graue Wolken. Wir glaubten an Regen und entschieden, unser altes, vertrautes Zelt schneller aufbauen zu können als das neue, mit dem wir noch nicht vertraut waren. Wir hatten recht, aber anders als erwartet:

Es gibt keine Bilder von dem Sturm, der etwa dreizehn Minuten später über den Platz fegte, es kann keine geben, denn zwar hatte ich das Zelt in gewohnter Weise aufgerichtet, mit Heringen an den Ecken und zwei Leinen an den Enden, als das Wetter sich entlud, und es war eben kein einfacher Regen. Frau und Kinder waren im Inneren des Zelts, und das war gut so, denn so konnte es sicher nicht wegwehen – es blies mit Sturm- bis Orkanstärke, und das flexible Alugestänge legte sich zeitweise komplett flach auf den Boden. Panisch war ich nicht, aber hektisch, im waagerecht strömenden Regen hantierte ich mit Gummihammer, Heringen und Abspannleinen an allen sechs Endpunkten, bis das Zelt wirklich sturmsicher befestigt war. Ungeachtet des tollen Wetters verbrachten wir eine weitere ruhige Nacht in einem soliden Zelt, das keinen Mucks mehr machte, und das sich am nächsten Morgen auch völlig unbeschädigt zeigte, obwohl es doch zeitweise für so ein Unwetter völlig unzureichend abgesichert war. Einen besseren Qualitätsbeweis als an seinem letzten Tag hätte uns das Zelt in allen Jahren nicht liefern können. Dass es regendicht ist, wussten wir schon lange, aber sturmsicher bis zum Orkan, phantastisch.

Outwell Nevada M

Wir hatten es angekündigt, wir sind motorisiert und bequem geworden, und es sollten andere Zeiten und andere Zelte kommen. Wir hatten lange mit einem Outwell-Zelt geliebäugelt, uns die meisten aber neu nicht leisten wollen, und Kleinanzeigen waren immer sofort weg, andere dachten wohl ähnlich wie wir. Es wäre also bei dem britischen Ausrüster wohl eine Eigenmarke geworden, wenn nicht plötzlich dort ein Outwell Nevada M, wohl ein Vorjahresmodell, als Sonderangebot gestanden hätte. Es ist ein Fünf-Personen-Zelt mit zwei Schlafkammern, vollständig geschlossenem Boden und geräumiger Apsis, die Platz für Tisch und Stühle bietet, ziemlich genau was wir gesucht hatten.

Outwell Nevada M

Es diente uns jetzt eine Saison lang, und hat einiges ausprobiert in dieser Zeit. Wir konnten es etwa ab dem dritten Tag schnell und geübt aufstellen, hatten allen Platz, den wir uns wünschten, es ist pottdicht im Regen, und seinen ersten Sturm – ähnlich dem oben beschriebenen – wetterte es auch ab. Seine Details sind gut durchdacht, seine Fensterfronten machen es hell und einladend, seine Schlafkammern mit herauszippbarer Trennwand sind geräumig. Natürlich ist es größer im Packmaß und schwerer, ich habe ja schon erklärt, dass es diesmal nicht darum ging, ein Fahrradzelt zu suchen. Aber die gut verarbeitete Tasche über die Wiese zu tragen ist jedenfalls kein Problem.

Specs: 4,85 x 3,60 m, Gewicht 18,2 kg, 3.000 mm Wassersäule Zelt, 10.000 mm Boden.

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