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Copenhagen Wheel neu aufgelegt als e-Jalopy

Schon Anfang 2010 berichtete ich vom MIT-Projekt eines E-Rades, bei dem alle Komponenten im Hinterrad gekapselt sind, verbunden mit einem Smartphone als Steuerung. Das „Copenhagen Wheel“ war eine Studie, wohl vorwiegend lanciert im Rahmen der Klimakonferenz Kopenhagen, aber noch nicht einsatzbereit.

Einsatzbereit ist das Projekt auch jetzt noch nicht, das aber mit neuem Partner: von der Schweiz aus will das MIT diesmal die Welt erobern (warum eigentlich nicht von Massachusetts aus? Liegt darin das Eingeständnis, dass so etwas in den USA noch nicht liefe?) Der SPIEGEL berichtet. – Immer wieder lustig: Die Rubrik im SPIEGEL heißt immer noch „Auto“…

Der vorbildliche Umweltminister

Unter „Umweltminister der Bundesrepublik Deutschland“ bei der Tagesschau fand ich unseren aktuellen selbigen, wie er sich den verdutzten Reportern auf einem Fahrrad entwand.

Das sah schnittig aus und machte einen guten Eindruck. Dennoch ließ mich das Rad stutzen: wo hat er das bloß her?

Bald wußte ich, daß ich nicht der erste war, der sich die Frage gestellt hatte: Auch die Süddeutsche hatte das Foto gebracht, und sie hatte einen anderen Bike-Blogger auch stutzen lassen. Der konnte den grünen Sticker am Rahmen identifizieren: Ein FroschRad ist es, das der Minister fährt, wenn auch sicher nicht die „Hausmarke ab 600 Euro“, sondern eher ein solides Gebrauchtes („Unsere Gebrauchten sind dadurch in der Regel in besserem Zustand, als z. B. ein auf dem Flohmarkt gekauftes Rad“) ab gefühlten 50 Euro.

Dann wußte ich auch, wo es herkommt – das BMU selbst erklärt es uns: auf dem Berliner Umweltfestival hat der Minister es „spontan erworben“.

Ein Jahr lang scheint er es nun, Pressegeschehen beiseite, nicht allzu intensiv genutzt zu haben, denn erstens gibt es keine weitere Fotos von ihm mit diesem Rad als jene beiden Ereignisse, und zweitens hat sich an dem Rad genau gar nix verändert dazwischen. Niemand ausser der BILD hat ihn also je auf dem Fahrrad gesehen, und auch die kann es nicht beweisen. Auch ist auf diesem BILD-Video zu sehen, dass der BM ganz schön am Schnaufen ist, obwohl er noch nicht weiter gekommen ist als aus der Garage des Kanzleramts.

Vermutlich sah sich Röttgen im Zugzwang, denn schon im Dezember 2009 hatte er Kindern im „Schul-SPIEGEL“ versprochen, sich ein Rad zu beschaffen und es ab und zu zu nutzen. Jetzt war ein halbes Jahr ins Land gegangen bis zur Beschaffung und ein weiteres Jahr bis zur Nutzung – so langsam mahlen eben die Mühlen der Politik.

Und hallo Vorbild: die Fotos und das Video zeigen deutlich, dass der Herr Minister um 2:36 Uhr vorn kein funktionierendes Licht aufweist – man sollte meinen, dass genügend Polizeikräfte vor dem Kanzleramt anwesend sein sollten, um ihn, wie jeden gesetzestreuen Bürger, schiebend nach Hause zu schicken…

Wie twitterte @tbachner:

Röttgen auf dem #Fahrrad. Populist. Fähnchen im Wind. Chef der NRW CDU. Würg. Kotz. Brech

Ich hätte es nicht so heftig gesagt, aber das Populismusargument lasse ich gelten.

E-Autos, E-Bikes und „Sekundärlithium“

Fans von Star Trek kennen schon seit bald 50 Jahren das fiktive Element „Dilithium“, es wird für den Warpantrieb benötigt. Sekundärlithium ist ebenfalls ein Kunstwort, es bezeichnet recyceltes Lithium aus Akkus und ist erst seit kurzem (211 Google-Fundstellen! Das ist heute fast ein Googlewhack!) in der Diskussion um Elektroautos aufgetaucht. Genau genommen hat das Fraunhofer Institut den Begriff schon 2009 ins Rennen geworfen, aber das 69seitige PDF hat wohl noch nicht viele zum Lesen animiert.

Das ZDF veröffentlichte jetzt Auszüge aus einer laufenden Studie der Bundesregierung, die suggerieren, eine komplette Ökobilanz eines Elektroautos, von Herstellung über Betrieb bis zur Verschrottung, gäbe eine schlechtere CO2-Bilanz ab als der vergleichbare Benziner. Das Hauptproblem sei dabei eben die Herstellung der Lithiumbatterie. Zweitens sei es erforderlich, dass das Auto auch wirklich mit umweltfreundlichem Strom aufgeladen werde – klar, denn sonst ist ja nichts gewonnen. Der wichtigste Nebensatz, der aus dieser Studie herauszulesen ist, ist aber „unter den gegenwärtigen Bedingungen„, und die stecken für Elektroautos ja gerade noch in den Kinderschuhen.

Übertragen auf das Pedelec, das ja gern als das „neue Fahrrad“ gehandelt wird, kommen wir natürlich zu denselben Schlüssen im Kleinen. Aber hier müssen wir gucken, aus welcher Richtung der Wind weht, also woher der Benutzer kommt: Die Ökobilanz eines E-Bikes gegen ein konventionelles Fahrrad wird immer negativ ausfallen, denn man braucht ja ein Mehr an Technik. Es macht also keinen Sinn, wenn man schon Radfahrer ist, aus Umweltgründen zum Elektrofahrrad zu wechseln (irgendwie logisch). Wenn aber ein Autofahrer das Auto weglässt, oder auch nur öfter mal stehen lässt, muss man es in der Ökobilanz mit diesem Gefährt vergleichen – da wird es immer klar gewinnen.

Naja, wir mit zwei gesunden Beinen bleiben einstweilen beim Fahrrad, das ist dann scho‘ recht so…

Lad dein Pedelec mit Ökostrom

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Wer täglich Fahrrad fährt, tut ja schon mal einiges für die Umwelt, und spart sich z. B. den Ärger mit dem neuen „Biosprit“ E10, denn wenigstens da sind sich alle Beteiligten einig: E10 ist für 100% der Radfahrer vollkommen ungefährlich…

Wie aber sieht es zu Hause aus, mit dem Strom? Nicht erst seit den letzten Tagen ist Atomstrom in Verruf, und auch Kohlenstrom ist nicht wirklich lecker für die CO2-Bilanzen. Nur vier Anbieter in Deutschland bieten echten Ökostrom an, der in jeder Hinsicht sauber für die Umwelt ist, und Lichtblick ist einer dieser vier. Bei dem gibt es jetzt eine Wechselaktion: Wer seinen Stromvertrag wechselt, erhält einen 25€-Gutschein dazu.

Damit wird der (im übrigen völlig problemlose) Wechsel versüßt, und zukünftig ist auch dein Pedelec unabhängig von den großen Stromkonzernen, die mit ihrem Festhalten an AKW auf eine Brücke setzen statt auf das andere Ufer. Diese Abstimmung mit den Füßen verstehen die Stromversorger, während sie die meisten Demos seit nunmehr 30 Jahren beharrlich ignorieren.

Jetzt hier zu LichtBlick wechseln und von allen Vorteilen profitieren!