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Fahrradtour am Rhein mit Zelt und Kindern

Das war eine Tour, die erste selbstgefahrene für die Kinder (9 und 11). 217,5 km in vier Tagen, zwischen der Loreley im Süden von Sankt Goar und unserer Heimat im Norden von Düsseldorf. Camping in Koblenz, Bonn-Bad Godesberg und Köln-Rodenkirchen.

Tag 1: Sankt Goar – Koblenz, 52 km

AbflugWir sind auch immer froh, wenn uns so ein Trip ganz ohne den Einsatz des Autos gelingt, aber das bedeutete natürlich auch wieder das unvermeidliche Geschimpfe beim Einsatz der Bahn. Wir waren froh, als wir sie hinter uns ließen und uns ganz auf uns selbst verlassen konnten. Dabei hätten wir gedacht, eine Fahrt im Regionalexpress 5 nach Koblenz, eigentlich gut ausgestattet mit Fahrradabteilen, hätte klappen können. Hätte, hätte, Fahrradkette. Wir waren rechtzeitig am Startbahnhof, hatten viel Zeit, uns aufzustellen, wir fragten die drei SSS durch die Sprechanlage, an welchem Ende das Fahrradabteil reisen würde – und die Information konnte natürlich nur eins sein, richtig oder 100 % falsch, und man muss nicht lange raten, wie sie ausfiel. Als wir am Zug entlang hetzten von der Spitze zum Schluss, fing uns der Zugchef ab, so viel Zeit habe man nicht, wir sollten hier und jetzt einsteigen. Also verteilten wir uns mit je einem Erwachsenen und einem Kind auf zwei Eingangsbereiche eines mit recht vielen Vatertagstouristen gut gefüllten Zugs. Blöd für alle, die an uns vorbei wollten, sie hassten uns, in gewisser Weise zu Recht, aber den Anweisungen des Personals ist nun einmal Folge zu leisten, und auch nicht so prickelnd für uns, die wir bis Köln stehend unsere Räder festhalten mussten. Erst dort gelang uns der Wechsel. Der Zug hatte zudem Verspätung, so dass der Anschluss in Koblenz fort war, der Aufzug stand. Aber da entschieden wir spontan: Mit unserem „Quer-durchs-Land-Ticket“ konnten wir den Abschnitt Koblenz-Sankt Goar genauso gut anders herum fahren. Also radeln hin und Zug zurück statt andersrum.

StolzenfelsEndlich auf den Sattel! Die Sonne schien, der Rhein plätscherte, wir waren nicht zum Ärgern gekommen. Der Rheinuferradweg weist so wenig Steigung oder Gefälle auf, dass es auch da egal ist, ob man stromauf oder stromab fährt. Wir radelten vergnügt von kleinem Ort zu kleinem Ort, allein ist man nie auf diesem Radweg, aber recht ungestört durchkommen kann man trotzdem. Immerhin war Himmelfahrt, das hatten wir uns schlimmer vorgestellt.

Irgendwie gar nicht so höhepunktig war Sankt Goar, ein Hort des Massentourismus. Wir schoben hindurch, waren entschlossen, die Loreley am südlichen Ortsausgang zu sehen, obwohl Töchting dann völlig unbeeindruckt war. Auch mich beeindrucken weniger die Flaggenmasten oben auf des Felsen Spitze, als vielmehr das tatsächlich schwierige Fahrwasser mit seiner Schiffs-Ampel (mit dreieckigen Lichtzeichen, im Foto ganz rechts). Man ahnt, wie man da Schiffe versenken spielen konnte, um dann die Schuld rasch auf ein hairstylendes Frauenzimmer zu schieben.

Loreley

Zurück zum Bahnhof Sankt Goar. Die MRB-Regionalbahn ist ganz ausgezeichnet mit Fahrradabteilen ausgestattet, nur der Bahnhof, aus Kaisers Zeiten (1860), hat sicher nie einen Rollstuhl-Touristen über die schmale, steile Treppe an den Rhein entlassen.

Diese Hürde konnte uns auch nicht mehr schrecken. Nach 52 km waren wir abends auf dem Campingplatz direkt am Deutschen Eck in Koblenz, kaum war unser Zelt aufgestellt, musste doch noch Regen sein – besser so als beim Radfahren, unser Zelt ist dicht. Der Innenstadt-Campingplatz von Koblenz trägt den Wohnwagenhersteller Knaus im Namen, da kann es nicht überraschen, dass er für motorisierten Verkehr optimiert ist, aber die handtuchgroße Zeltwiese direkt hinter dem Toilettengebäude ist schon wirklich nicht schön. Je nun, wir schliefen gut.

Deutsches Eck

Die Vorteile der zentralen Lage überwiegen sowieso. Abends Essen in der Stadt, morgens Einkauf beim „Netto“ direkt am Platz, und dann nach dem Frühstück sofort wieder am Rhein. Diesmal in der richtigen Richtung, gen Heimat, oder zunächst mal gen Bonn.

Tag 2: Koblenz – Bonn-Bad Godesberg, 60 km

Ein sonniger Traumtag. Hier, wo linker Hand nicht sofort ein Berg liegt, gibt es auch schon mal einen Industriehafen, aber der Weg ist ausgezeichnet beschildert, selbst ohne Karte (unsere ist von 1994, stimmt aber noch in allen wichtigen Punkten) kann man nichts falsch machen. Die Kinder nehmen gelegentlich eine Spielplatzpause, das Durchschnittstempo ist keine Ruhmestat, aber die Etmale machen sie schon stolz. Brücke von RemagenEin wohlverdientes Eis versüßt die Brücke von Remagen, und dann kommen auch schon die südlichen Ausläufer von Bonn. Zwei Campingplätze direkt aneinander, der Platz „Siebengebirge“ liegt noch in Rheinland-Pfalz, der städtische Platz von Bonn, Genienau, kaum einen Kilometer weiter, in NRW. Er ist völlig in Ordnung, nicht berühmt, etwas altbacken, aber freie Aufstellung auf einer großen Wiese gefällt uns besser, und die Sanitäranlagen sind einwandfrei. Am Siebengebirge radelten wir noch vorbei, dabei hätte es dort Spielgeräte gegeben, rückblickend wäre er vielleicht schöner gewesen. 60 km standen auf dem Tacho, als wir an der Isomatte horchten.

Tag 3: Bonn – Köln-Rodenkirchen, 43 km

Für den Samstag hatten wir uns vorgenommen, einmal wieder am Rheinauenflohmarkt in Bonn vorbeizuschauen. Die Holde hat früher in Bonn gelebt, und dieser riesige Flohmarkt im Grünen war immer eine tolle Sache. Fünfzehn Jahre später ist er nicht mehr dasselbe, es hilft nicht, wenn man wegen Gepäckbeschränkungen nichts kaufen kann, und es plötzlich viel kälter ist als gestern. Wir hatten alles an, was wir mitführten, Softshell unter Regenjacke, und radelten bald weiter. Es sollte ja noch nach Köln gehen, und das gelang auch. Auch dort ist mehr Camping im Süden, der Platz der Bergers auf dem Westufer wurde unserer, auf der Ostseite wäre der städtische gewesen. Aber diesmal war unsere Wahl sicher gut. Eine schöne Anlage, mit kindgerechtem Spielgerät, freier Platzwahl, Biergarten und phantastischem Sanitär.

Der Abend erinnerte noch an den Ford-Werbespot, in dem der Vater die Kinder in die Sprachsteuerung des Navis brüllen lässt: „Wir haben Hunger! In der Nähe!!“ und die Mutter so das Traumrestaurant aus der Jugend wiederfindet. Das geht auch ohne Auto, denn Google wohnt in meinem Handy und kann das ganz genauso. Es fand ein sehr stylishes griechisches Restaurant – und es passierte das, was gar nicht sein darf: Die griechische Küche hat den Ruf, gut und fleischlastig zu sein, und riesige Portionen zu servieren. Dieses Restaurant entschied, das Stylishe in den Vordergrund zu stellen, zugegeben ausgezeichnete Gerichte zu servieren, aber die Portionen so zu verkleinern, dass hungrige Radfahrer, die 43 km auf der Uhr hatten, das Lokal verarmt, aber immer noch hungrig verließen. Und dabei riet die Kellnerin noch, den Kinderteller für den Sohnemann zu nehmen, die Portionen seien ja groß. Pustekuchen! Pommes im Camping-Biergarten waren erforderlich, um den Tag abzurunden.

Frühstück am Rhein

Tag 4: Köln – Düsseldorf, 62,5 km

Alles vergessen am nächsten Tag. Das Wetter wieder schön, die letzte Etappe soll nach Hause gehen. Ab der Reichweite des VRR-Tickets hätte man mit der S-Bahn verkürzen können, aber die Kinder wollen ganz auf eigenem Pneu bis nach Hause kommen. Hui, durch Köln durch! Aber auch hier geht es, zwischen vielen Sonntagsspaziergängern hindurch. Weiter bis zur Fähre Langel, die wir nur passieren, und zur Fähre Zons, mit der wir den Rhein überqueren. Sie ist zugleich ein Altbieräquator, linksrheinisch war ein Früh-Kölsch-Schützenfest, rechtsrheinisch trank ich schnell wieder mein erstes Frankenheim Alt.

Fähre ZonsNach Zons beginnt auch schon die Urdenbacher Kämpe, mit anderen Worten, Düsseldorf, die fahrradfreundliche Stadt in Nordrhein-Westfalen. Man merkt es den Radwegen sofort wieder an, aber ich will mich nicht in Ironie verlieren. Nur soviel: den Rhein finden wir nie wieder, uns dafür oft genug auf vierspuriger Fahrbahn, obwohl eben noch ein zentraler Radweg angeschrieben war, nicht witzig mit Kindern selbst an einem Sonntag. Vielleicht ist unser Urteil auch subjektiv geprägt. Aber wir waren dann bald zu Hause, letztes Tagesetmal 62,5 km.

Anmerkungen

Unsere Karte war alt, aber stimmig. „bikeline Rhein-Radweg“ (hier aktuell, bei uns von 1994), kann man sich schön auf die Lenkertasche klemmen und los. Aber so wie der Rhein-Radweg ausgeschildert ist, und vielleicht mit der Hilfe eines Smartphones mit Google Maps, kann man auch ohne das Büchlein losfahren.

Unsere Tourenausstattung ist in vielen Jahren vor den Kindern bewährt, Ortlieb-Packtaschen und ein 4-Personen-Zelt, mit 5 kg nicht ultraleicht, aber dafür bequem, und trotzdem problemlos auf den Gepäckträger zu schnallen. An ihren 24″ Rädern haben auch die Kinder Packtaschen: Ortlieb-Lowrider für Erwachsene machen sich hervorragend als hintere Packtaschen am Kinderrad. Wir verzichteten diesmal auf Kochausstattung zugunsten von Imbiss, Restaurant und Aldi-Markt. Der Rhein ist ja nicht eben die Wildnis.

Wasserflaschen gehören an jedes Rad. Schade, dass so viele Kinderräder keine Bohrungen für eine Halterung haben. Kabelbinder können helfen, neigen aber zum Verrutschen.

In der Lenkertasche ist, was man so braucht:

  • Taschenlampen für den Campingplatz, ich mag am liebsten die Stirnlampen von LED-Lenser.
  • Erste Hilfe, die ich nicht für uns brauchte, war dennoch nützlich, als an den Pollern bei der Fähre Langel eine Rennradfahrerin im hohen Bogen über den Lenker abstieg. Sie blieb zum Glück insgesamt heil, nur ein paar Schürfwunden fanden ihr Pflaster, und die Kette war raus.
  • Das Multitool zum Flickzeug, denn selbst an der Ortlieb-Qualität kann sich einmal eine Schraube lösen, und so flog kurz vor Bonn plötzlich der Lowrider der Tochter im ähnlich hohen Bogen davon. McGyver stand mir bei, und mit einer Schraube ihrer Tacho-Halterung konnte ich sie ersetzen.
  • Smartphones haben ja immer Durst, und auf Campingplätzen ist Strom immer Mangelware. Mit einer Powerbank konnte ich tatsächlich alle drei Nächte überbrücken. Etwa 10.000 mAh braucht man dafür, und muss kaum über 20 Euro dafür ausgeben, ein Beispiel (neu gibt es auch Geräte mit Solarpanel im bezahlbaren Segment, wie dies, ich habe aber noch keine Erfahrungswerte).
  • Taschenmesser für Brot und Salami und Löffel – nicht lachen, aber man kann sich beim Lebensmittelmarkt gut mal einen Pudding o. ä. zum Picknick gönnen, und wenn man die Küche auch ganz zu Hause gelassen hat, nimmt dies Detail doch gar keinen Platz weg.

Mach mal einen Punkt, Ferrero: Unsere .kinder gehören uns

Mit Schrecken lese ich bei Heise, dass Ferrero wieder kämpft, diesmal um die neue generische Top Level Domain .kinder. Das ist nicht neu, der Kampf wurde schon vor anderthalb Jahrzehnten um einzelne Domänen (also den „Mittelteil“ vor der Endung wie z. B. .de oder .com) geführt und im allgemeinen im deutschsprachigen Raum verloren, so gehört Ferrero zwar kinder.it oder kinder.fr, aber weder kinder.de noch kinder.at oder kinder.ch, denn „auch der hohe Bekanntheitsgrad der Marke ‚kinder‘ vermag nichts daran zu ändern, dass unter ‚kinder‘ in erster Linie junge, minderjährige Menschen verstanden werden und nicht Lebensmittel“, so entschied das österreichische Gericht den Streit um kinder.at.

Am liebsten hätte Ferrero den Schutz ja für jede Nennung des Worts Kinder (z. B. Zahnbürsten, zumindest aber Süßigkeiten), während die gefühlte Wahrheit hier in Deutschland ganz anders aussieht: Persönlich anerkenne ich eigentlich nur das Traditionsprodukt Kinder-Schokolade als von der allgemeinen Lebenserfahrung gedeckt, schon die Werbung für „Kinder-Überraschung“ kann nicht verhindern, dass die Nutzerin an ein generisches Überraschungsei denkt. Bei den Top Level Domains, die jetzt eben neu auch mehr sind als nur Länderbezeichnungen oder, im Heimatland des Internet, .com/.net/.org, geht es also wiederum um Marken vs. generische Begriffe, „closed generics“, bei denen die Amerikaner wieder nur an Beispiele wie .books (hätte Amazon gern) oder .car denken. Solche sollen dann nicht einem Quasi-Monopolisten zur alleinigen Nutzung offen stehen, sondern jeder soll sich darunter registrieren können. Ich kenne einige, die sich vermutlich zusammen mit mir um family.bike Gedanken gemacht haben, wie familyonabike.com, familyonbikes.com oder fietsenmetkinderen.nl, die uns damals auf den eigenen Namen brachten (aber gelandet ist sie wieder mal nur als Parkdomain bei Internetwegelagerer GoDaddy). Wie so oft haben die Amerikaner bei generischen Begriffen aber nur bis zur Nasenspitze ihrer eigenen Sprache gesehen, hier in Deutschland war niemand wach, und jetzt ist der Deutsche Kinderschutzbund empört. Kleinere Websites wie diese müssen derweil erleichtert sein, dass Ferrero nichts mit Fahrrädern macht…

Radfahrtraining

Die Schultochter hat diese Woche Radfahrtraining. Von der Verkehrswacht ausgerufen, von Eltern und Lehrern betreut, sollen die Kinder an 2 Vormittagen à 2 Schulstunden verkehrsrichtiges Verhalten lernen, am Ende der Grundschule dann mit einer „Radfahrprüfung“ abschließen. Ich war dabei.

Etwas mehr als 30 Kinder finden sich begeistert johlend auf dem Schulhof ein. Die meisten haben eigene Räder und Helme mit. Für den Rest stellt die Verkehrswacht einen Anhänger mit einem Dutzend Rädern und einem großen Karton voll Helmen bereit. Schon der erste Eindruck offenbart ein breites Spektrum: gefühlte 40% der Kinder sind sehr sichere Radfahrer, beherrschen ihr Rad beim Fahren, gewagten Herumkurven und Bremsen auf den Punkt, handgestoppte 10% bilden das untere Ende der Skala, sie können praktisch noch nicht radfahren. Das Mittelfeld kann relativ sicher geradeaus- und in Kurven fahren, zum Stillstand kommen, eine Hand kurz vom Lenker nehmen.

Die mitgebrachten eigenen Räder sind zu ca. 50% verkehrssicher, die andere Hälfte ist entweder abenteuerlich ausgestattet oder als Fun-Bike gar nicht für den Verkehr vorgesehen, hat also z. B. keine Lichtanlage. (Bei achtjährigen Kindern ist das ja auch noch akzeptabel, wenn sie mit diesen Gefährten eben nicht auf der Fahrbahn fahren.) Immerhin ca. ein Drittel hat Nabendynamos. Die Mehrzahl der Kinder hat einen Helm, davon die überwiegende Mehrzahl ist in brauchbarem Zustand und leidlich gut eingestellt und aufgesetzt. Es gibt ein paar „Cowboyhüte“ und sicher zu viele zu lockere Kinnriemen. (Bei diesem Hardwareüberblick gebe ich noch mit: es handelt sich um eine Schule im „gutbürgerlichen“ Umfeld, wo beim nachmittäglichen Abholparcours Audi, Mercedes und BMW vorherrschen, ähnlich nichtrepräsentativ ist sicher auch die Fahrradausstattung.)

Die Räder und Helme der Verkehrswacht sind auch interessant: Fast alle sind nur 20″ groß, einige der Mädchen sind aber schon viel höher aufgeschossen und kaum auf einem solchen Rad unterzubringen. Gerade mal ein Jahr ist es her, dass wir für die Tochter beim Fahrradkauf noch zwischen 20″ und 24″ schwankten… Die Helmsammlung ist eher abenteuerlich. Werkzeug, auch nur eine Pumpe, fehlt, aber immerhin sind die Räder gut gewartet.

Auf dem Parcours werden Stationen aufgebaut: Slalom, eine 8 fahren, unter einer Stange hindurchbücken, fahrend einen Ball in die Hand nehmen und fahrend in einen Eimer abwerfen, Theorie der verkehrssicheren Ausstattung. Das Beherrschen des Fahrrads steht im Vordergrund, auf der Teilnahme am Straßenverkehr und Verkehrsregeln liegt bei Achtjährigen noch nicht das Hauptaugenmerk. „Machen, was die Erwachsenen sagen“, eigentlich ein allgemeingültiges Schulfach, beim gemeinsamen Fahren im Straßenverkehr aber auch sehr wichtig, bedarf noch einiger Übung.

Aus der Beobachtung nehme ich für den Straßenverkehr eine wichtige Lektion für mich mit: Tatsächlich sind selbst die Besseren unter den kindlichen Radfahrern noch nicht in der Lage, zuverlässig auf ihr Rad und auf den Verkehr zu achten. Kommt während einer Übung ein Kind zu Fall, krachen nachfolgende Kinder unweigerlich hinein. Sie schauen auf den Ball, auf andere Kinder, konzentrieren sich auf den Bremsgriff, und sehen nicht, was unmittelbar vor ihnen passiert. Meine Einschätzung, unsere Kinder als ziemlich sichere Radfahrer könnten in naher Zukunft auch einmal unbegleitet aufbrechen, habe ich erheblich revidiert. Es bleibt sicher bei dem, was wir zur Zeit auch machen: Sie fahren, wir achten für sie auf den Verkehr, sie folgen unseren Anweisungen.

Da radeln sie

Im Augenblick fahren wir fast jeden Tag ein Stückchen, und man sieht deutlich, wie Routine Verbesserung bringt. Fahren, Anfahren und Anhalten klappen jetzt einwandfrei, erste Steigungen und, schwieriger, Gefälle, schaffen wir auch schon (Gefälle erfordert dosiertes Bremsen, das klappt noch nicht richtig).

Klar, dass ein Fünfjähriger und eine Siebenjährige zu klein sind, um Verkehrsregeln zu überblicken, da müssen sie sich auf uns als „Lotsen“ verlassen können. Sie sollen erst einmal lernen, ihr Fahrzeug zu beherrschen.