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Wie Guinness die Vogels um ihren Rekord betrügt

Ich hatte berichtet, wie die Familie Vogel mit ihren Söhnen, den Zwillingen Davy und Daryl, auf Fahrrädern die Panamericana von Alaska nach Feuerland radelten. Sie waren 10, als sie abreisten und 13 bei Ankunft. Sie waren damit die jüngsten, die diese Strecke absolvierten (der letzte Rekordhalter war lt. Nancy 18 Jahre alt), und sollten somit auch den Guinness Weltrekord halten. Bei Abfahrt war scheinbar auch alles mit Guinness geklärt, die Anforderungen genau vereinbart. Jetzt jedoch erklärt Guinness, inzwischen hätte sich ihre ethische Auffassung zu Jüngsten-Rekorden geändert, und sie würden diese nicht mehr anerkennen.

Nun sind ja ohnehin nicht alle Guinness-Weltrekorde ethisch einwandfrei, Torre deRoche zählt in ihrem lesenswerten Artikel so treffende Beispiele wie die größten vergrößerten Brüste auf, aber man könnte einwerfen, dass sie im allgemeinen zumindest Erwachsene im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte betreffen – wieviel geistige Kräfte „Vollbesitz“ für einige auch immer bedeuten mag – und Rekorde mit Kindern besonders verwerflich seien. Gerade die Vogels stehen aber über jedem Verdacht, ihre Kinder für den Rekord ausgenutzt zu haben. So berichten sie plausibel, dass die Idee von den Kindern selbst ausging, und nicht zuletzt haben sie sie auf der Reise begleitet, mit ihnen zusammen geschwitzt und gefroren und für ihre Sicherheit und Schulbildung gesorgt.

(photograph © Nancy Vogel, used by permission)

Ein oberflächlicher Blick auf die Guinness-Website zeigt aber auch, dass man seit der Abreise der Vogels ungefähr 49 weitere Jüngstenrekorde anerkannt hat, den letzten am 18. Mai, knapp zwei Monate nach der Ankunft der Familie in Ushuaia, und zumindest noch 2010 auch noch solche mit Minderjährigen.

Den Vogels wird das nicht schaden. Sie haben die Reise in erster Linie für sich gemacht, haben Erlebnisse gehabt und mit uns anderen Menschen geteilt, die ihnen niemand nehmen kann, und zeigen in diesen weiteren Monaten, dass es ihnen auch sehr wohl gelingt, in unserer „zivilisierten Welt“ wieder Fuß zu fassen. Die beiden Teenager haben gerade auf dieser Reise gelernt, dass es wichtigere Dinge gibt als so etwas Materielles wie einen Bilderrahmen an der Wand. Dennoch wäre er natürlich ein wichtiges und verdientes Symbol für sie, und um dieses werden sie betrogen. Deshalb denke ich, Guinness sollte sich sorgfältig überlegen (selbst wenn die Idee grundsätzlich vielleicht nicht schlecht ist), ob sie die Regeln ausgerechnet während eines laufenden Rekordversuchs ändern.

The Dog Detectives: Fahrradweltreisen für Kinder

Auf den ersten Blick würde man es gar nicht glauben, aber Fin und Zoa reisen gar nicht mit Kindern auf Fahrrädern um die Welt. Sondern mit Hunden! Trotzdem haben sie ihre Erlebnisse in ein Kinderbuch einfließen lassen, das einen Einblick in das Radeln in fernen Ländern gibt. „The Dog Detectives – In an Outback Odyssey“ ist ihr erstes Buch, bisher leider nur auf Englisch erschienen, und das Zweite ist schon in der Mache (es wird nach Kanada führen).

Worum geht es?

Detective Jack und sein Gehilfe Poco Loco sind Hundedetektive, die geheimnisvolle Rätsel lösen und dabei neue Freunde treffen. In dem Abenteuer „Eine Buschodyssee“ müssen sie einer Bande schmutziger Dingos ein gestohlenes Didgeridoo wieder abjagen. Die Bücher sollen unterhalten, Kindern die Tier- und Pflanzenwelt und die Kulturen verschiedener Erdteile näherbringen, und dem Leser die Freuden und Abenteuer des Fahrradreisens zeigen.

Die Bilder sind wunderschön, die Texte fast eher ein bißchen knapp. Ich werde für unsere Kinder beim Vorlesen wohl den Simultanübersetzer spielen.