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Bisschen Radeln in der Schweiz, lange Folgen

Dass ich erst jetzt dazu komme, einmal über den Sommer zu schreiben, hat damit zu tun, dass Familienradeln eben leider doch nicht immer harmlos ist.

Wir waren mit dem „Abenteuerbus“ und dem Zelt in der Schweiz, hatten aber wie immer natürlich auch unsere Fahrräder mit, um Tagesausflüge zu machen.

Wir starteten in Bern, wo man auf dem Stadtcampingplatz im Eichhölzli gleichzeitig nah an der Stadt und wunderbar im Grünen am Ufer der Aare ist. Toll für geübte Schwimmer: Schwimmen in der Aare, von der Strömung getragen. Und endeten im Berner Oberland, an der Lenk, wo wir sonst im Winter Skifahren und die Kinder auch einmal im Sommer wandern und radeln wollten.

Und beim Radeln dort endete der Urlaub vorzeitig, auf asphaltierter Straße, in der Rille einer Eisenbahnschiene, wie es eben überall passieren kann. Die Holde stürzte, rollte über den Arm ab, stand wieder auf und jammerte etwas, konnte die Fahrt aber zunächst fortsetzen. Und dennoch merkten wir bald, dass die Geschichte noch nicht zu Ende war, landeten im Spital, das sonst so auf Skiunfälle spezialisiert ist und genau deshalb bescheid weiß. Wo man Absplitterungen am Ellbogen diagnostizierte, ganz kleine nur, aber klar, dass es nach Hause ging, dass operiert werden musste, dass es Monate dauerte, viele Monate, bis heute, im Winter, ungefähr wieder volle Gebrauchsfähigkeit hergestellt ist.

Einen solchen Urlaub hätten wir sonst sicher länger beschrieben, ausführlicher, fröhlicher. So bleibt es bei einer kurzen Zusammenfassung.

Summer in Sweden

For three years now we have started planning for a Sweden trip, but ended up twice in Wales or Scotland instead. This year it shall be it, though I’ll start believing it when I’ve bought the Camping Key Europe card and the ferry tickets…

Camping 2003The corner posts are

  • Travemünde-Trelleborg as ferry entry point
  • BRIO lekoseum in Osby
  • Öland with Eketorp castle and a glass blower workshop
  • Astrid Lindgren’s world in Vimmerby
  • Stockholm with the Vasa
  • lakes Vänern/Vättern
  • Göta canal (Göta älv)
  • Copenhagen
  • Legoland in Billund

We have done a similar trip in 2009 with the children, though they were too little to remember too many details. In 2003 we had a quite different trip that involved only cycling and no children yet. As usual we will be camping with the adventure bus, and will be bringing our bikes for local trips. This time we are thinking about doing a longer bicycle trip (about 3 days) along the western part of the Göta canal, the Göta älv.

Bullerbyen 2009The route would roughly look like this in Google maps. Hey, it’s just a first sketch. For all we know we may end up in Cumbria after all!

When we took up planning for the UK, the children were quite happy with Für Eltern verboten: Großbritannien: Der cool verrückte Reiseführer (the German version of Not for Parents, a child-friendly guide by the Lonely Planet). So obviously we looked for Not for Parents Sweden this time. Alas, it wasn’t written yet! We may have to do just that.

Wie Guinness die Vogels um ihren Rekord betrügt

Ich hatte berichtet, wie die Familie Vogel mit ihren Söhnen, den Zwillingen Davy und Daryl, auf Fahrrädern die Panamericana von Alaska nach Feuerland radelten. Sie waren 10, als sie abreisten und 13 bei Ankunft. Sie waren damit die jüngsten, die diese Strecke absolvierten (der letzte Rekordhalter war lt. Nancy 18 Jahre alt), und sollten somit auch den Guinness Weltrekord halten. Bei Abfahrt war scheinbar auch alles mit Guinness geklärt, die Anforderungen genau vereinbart. Jetzt jedoch erklärt Guinness, inzwischen hätte sich ihre ethische Auffassung zu Jüngsten-Rekorden geändert, und sie würden diese nicht mehr anerkennen.

Nun sind ja ohnehin nicht alle Guinness-Weltrekorde ethisch einwandfrei, Torre deRoche zählt in ihrem lesenswerten Artikel so treffende Beispiele wie die größten vergrößerten Brüste auf, aber man könnte einwerfen, dass sie im allgemeinen zumindest Erwachsene im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte betreffen – wieviel geistige Kräfte „Vollbesitz“ für einige auch immer bedeuten mag – und Rekorde mit Kindern besonders verwerflich seien. Gerade die Vogels stehen aber über jedem Verdacht, ihre Kinder für den Rekord ausgenutzt zu haben. So berichten sie plausibel, dass die Idee von den Kindern selbst ausging, und nicht zuletzt haben sie sie auf der Reise begleitet, mit ihnen zusammen geschwitzt und gefroren und für ihre Sicherheit und Schulbildung gesorgt.

(photograph © Nancy Vogel, used by permission)

Ein oberflächlicher Blick auf die Guinness-Website zeigt aber auch, dass man seit der Abreise der Vogels ungefähr 49 weitere Jüngstenrekorde anerkannt hat, den letzten am 18. Mai, knapp zwei Monate nach der Ankunft der Familie in Ushuaia, und zumindest noch 2010 auch noch solche mit Minderjährigen.

Den Vogels wird das nicht schaden. Sie haben die Reise in erster Linie für sich gemacht, haben Erlebnisse gehabt und mit uns anderen Menschen geteilt, die ihnen niemand nehmen kann, und zeigen in diesen weiteren Monaten, dass es ihnen auch sehr wohl gelingt, in unserer „zivilisierten Welt“ wieder Fuß zu fassen. Die beiden Teenager haben gerade auf dieser Reise gelernt, dass es wichtigere Dinge gibt als so etwas Materielles wie einen Bilderrahmen an der Wand. Dennoch wäre er natürlich ein wichtiges und verdientes Symbol für sie, und um dieses werden sie betrogen. Deshalb denke ich, Guinness sollte sich sorgfältig überlegen (selbst wenn die Idee grundsätzlich vielleicht nicht schlecht ist), ob sie die Regeln ausgerechnet während eines laufenden Rekordversuchs ändern.

Zu klassischer Musik durch Mitteleuropa

Vor einem Jahr habe ich schon von Stuart und Kirstie berichtet, die mit ihren drei Kindern „Moomin Madness“, also die finnischen Mumins erleben wollten. Nun gut, sie sind herumgekommen um die Ostsee, zweitausend geradelte Kilometer.

Dass sie sich dieses Jahr wieder etwas vorgenommen haben, kann da niemand überraschen: Mit 4 Flöten und einer Mundharmonika im Gepäck wollen sie Lebensstationen großer klassischer Komponisten nachfahren: München, Österreich, Ungarn, Slowakei, Polen.

We'll bee ready for any weather... which is just as well on Twitpic

In München sind sie inzwischen, mit dem Wetter haben sie nun wirklich kein Glück.

Im Blog steht noch nicht viel, getwittert wird eifrig. Facebook klar, bei Google Plus noch nicht angekommen.

Ushuaia und ein Weltrekord

Ich berichtete schon von Familie Vogel aus Idaho, die unterwegs waren, den amerikanischen Kontinent von Norden nach Süden, von Alaska nach Feuerland zu durchradeln – für ihre Kinder, bei Ankunft 13 Jahre alt, würde dies einen Weltrekord darstellen. Sie wären die jüngsten, die diese Strecke schafften.

Ushuaia, das Ende der Welt (Photograph © Nancy Vogel, used by permission)

Nun, sie sind angekommen. 27.800 km an 1.018 Tagen später ist die Reise vollbracht. Inzwischen ist die Familie berühmt, CNN-Interviews und Artikel in bekannten amerikanischen Magazinen erzählen von ihnen. Der Guinness-Rekord ist noch nicht amtlich, nach neuen Bestimmungen, die während der Reise eingeführt wurden, sind Daryl und Davy womöglich zu jung

Für Mutter Nancy mischt sich Trauer in die Freude: ihr Schwager ist gestern, am Tag nach der Ankunft, nach einer Herzoperation gestorben. Und alle sind angefüllt mit Erwartung: Was werden sie als nächstes tun? Neue Herausforderungen suchen oder das Alltagsleben aufnehmen?

Und noch eine reiseradlustige Familie bricht auf

Diesmal erwähne ich die Familie von Stuart und Kirstie, die englische familyonabike. Sie haben sich für diesen Sommer einen kleinen Rundtrip vorgenommen – 2.000 km rund um die Ostsee. Von Dänemark über Deutschland, Est-Lett-Lit nach Finnland (nämlich zu den Mumins) und zurück durch Schweden. Mit 3 Kindern, Tandem und Triplet und Hänger.

Why not bike to the beach this summer?   on Twitpic

Das Abenteuer startete mit etwas Regen, wir haben dieses kleine Unwetter ja alle mitbekommen. Jetzt ist man auf Sylt.

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Diskussion im Forum.

Familyonbikes – die Reise der Vogels

Ein Blog, dem ich derzeit begeistert folge, ist das Blog der amerikanischen Familie Vogel, die mit ihren zwei Zwölfjährigen auf Fahrrädern von Alaska nach Patagonien den amerikanischen Kontinent durchradelt. Zwei Jahre sind sie jetzt unterwegs, sind jetzt in Peru und haben in den letzten Wochen die Andenpässe überquert. Es ist ungemein spannend zu verfolgen, was die so erleben!

Die Vogels in den Anden - (Photograph © Nancy Vogel, used by permission)

Derzeit diskutiert Mutter Nancy Vogel mit Blogger Brian Cuban über die Frage, ob ihre Kinder (stellvertretend für die Kinder anderer Rekordjäger) vom Erlebten profitieren oder von den Eltern ausgenutzt werden. Für mich ist recht deutlich, daß man sich in diesem Fall keine solchen Sorgen machen muß: die Kinder sind mit Elan dabei, werden nicht überfordert, haben logischerweise die besten Bindungen zu den Eltern, mit denen sie alles zusammen erleben und werden von der Mutter, einer Lehrerin, auch gut ausgebildet.

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