Radregeln

Na, wer kennt alle Verkehrsregeln? Sicher kennt nicht jeder die Regeln für Personenbusse oder LKW über 7,5 Tonnen, muß er ja auch nicht, wenn er kein solches Gefährt bewegt. Da die meisten Radler einen Autoführerschein haben, sollten sie die Regeln der PKW kennen, die sich mit ihnen den Verkehrsraum teilen. Aber auch die Autofahrer sollten die speziellen Regeln kennen, die für Radfahrer gelten – da etliche von ihnen erst in jüngerer Zeit eingeführt wurden, ist das nicht selbstverständlich. Einbahnstraße gegen die Richtung befahren? Man muß nicht alt wie Methusalem sein, damit man die Regeln dafür in der Fahrschule nicht gelernt hat. Benutzungspflicht eines vorhandenen Radwegs beurteilen? Das ist von so vielen Faktoren abhängig und hat sich in den letzten zwölf Jahren so erheblich geändert, daß es für den Autofahrer einfacher ist, anzunehmen daß der Radler auf der Fahrbahn fahren darf. Andere Regeln, wie die anderthalb Meter Seitenabstand beim Überholen, galten schon immer und werden trotzdem zu selten beachtet.

Der Stern hat einmal sehr schön und ideologiefrei die aktuellen Regeln für Radler und Autofahrer miteinander aufgeführt. Mancher kann da noch etwas lernen.

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Neuer Anhängertest mit dramatischem Ergebnis

ADAC und Stiftung Warentest haben sich zusammengetan, um zum ersten Mal seit 2005 wieder einen großen Test für Kinderfahrradanhänger zu machen. Das Ergebnis ist erschreckend:

Vier von sieben Mal mangelhaft! Nur einmal gut!

Nicht weniger verblüffend, daß es nicht immer die Sicherheit war – die wurde eher als anständig bezeichnet -, sondern die Schadstoffbelastung der Hänger. Praktisch alle Teile, Planen, Polster, Gurte, waren belastet.

Ich werde mir unbedingt das Heft gönnen, hier die Voransicht.

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Stromtankstellen (auch) für Fahrräder

Inspiriert durch eine Diskussion mit der Twitter-Bekanntschaft @Radgaragen, will ich mal ein wenig Überlegungen zum Thema Stromtankstellen sammeln:

Elektrische Fahrzeuge müssen aufgeladen werden, egal, ob sie zwei oder vier Räder haben. Der Ladevorgang ist langwierig, das unterscheidet die „Elektrischen“ von den gewöhnlichen Zweirädern (kein Tank-/Ladevorgang) und den gewöhnlichen Vierrädern (Tankvorgang, geht aber schnell). Eine Stunde wird für E-Räder genannt, das ließe sich prima mit einem Essen oder einem Einkauf verbinden, ich habe aber auch schon 5 Stunden gehört, das paßt eher zu einer Versorgung des Rads am Arbeitsplatz während des Arbeitstags.

Thomas Schmidt vertreibt Radgaragen, und er hat da auch was im Angebot: einen hochwertigen Fahrradständer mit Steckdose. Hochwertig heißt für mich, man kann das Fahrrad (und nicht etwa nur die Vorderradfelge) daran festschließen, und es ist kein Vorderradmörder. Die Steckdose ist kein komplexer Aufbau, wie beim E-Auto, sondern einfach ein handelsüblicher Schweinerüssel. Eine im Beispiel einstündige Ladeeinheit braucht ca. eine halbe kWh, kostet eben einen Groschen. Da braucht man auch keinen komplizierten Abrechnungsmodus, wenn der Kunde gleichzeitig etwas konsumiert, sollte das in der allgemeinen Lebenskostenmarge (in manchen Ländern als „Gedeckzuschlag“ extra erhoben) drin sein, ähnlich wie kostenloses WLAN, das auch mehr und mehr zur Ubiquität wird. Ein Kundenkontoabrechnungsdings, oder selbst ein Münzautomat wären aufwendiger und würden sich nicht rentieren. Will der Wirt den Zugriff kontrollieren, macht er eben im Haus die Sicherung raus und schaltet sie nur auf Anfrage ein.

Eine Stromtankstelle in der Schweiz

Beim Auto ist das schwieriger, es fließen ein paar kWh mehr, deshalb entstehen meßbare Kosten, die abgerechnet werden müssen, und deshalb wird auch meist 3-Phasen-Drehstrom verwendet. Beides ist aufwendiger. Die Düsseldorfer Stadtwerke haben als Denkmodell eine Straßenlaterne zur Stromtankstelle umgerüstet – der „Laternenparker“ entnimmt Strom einfach da, wo eh‘ Strom da ist (die RP berichtet). Man sieht aber schon an den Leserbriefen, daß da Mißtrauen gegenüber Mißbrauch besteht: Was, wenn jemand böswillig oder fahrlässig die Stromleitung manipuliert? Im einfachsten Fall ist das Auto am Morgen nicht aufgeladen, im schlimmsten Fall erleidet jemand einen Schlag (wobei mir klar ist, daß man so eine Freileitung entsprechend absichern muß). Wir erfahrenen Camper kennen das Konzept schon lange (es ist letzlich nichts anderes als irgendeine Steckdose, in die man einen Föhn einstöpselt, sich die Haare föhnt, und gut is‘), aber das Einstöpseln eines Wohnwagens auf dem Campingplatz findet natürlich auch in einem geschützten Umfeld statt, nicht im öffentlichen Raum, wo nachts Betrunkene und marodierende Jugendliche herumziehen.

Wäre nun eine Auto-Stromtankstelle, wenn diese in Zukunft häufiger werden, auch etwas für Radfahrer? Schmidt twitterte mir: „Ja, eigentlich schon. Es gibt aber drei Unterschiede: Beim E-Bike sind es 230V, beim E-Auto oft 400V (230V wären 6-8 Std). Es gibt kaum E-Autos, aber viele E-Bikes. E-Bikes lassen sich schneller aufladen=kurze Pause, E-Autos nachts am eigenen Haus. Die Stromtankstelle für Fahrräder ist daher ein hochwertiger Fahrradständer mit Steckdose, zum schnellen Aufladen des E-Bike“ Den Stromunterschied glaube ich entkräften zu können, das Entnehmen von 230 V aus einer 380-V-Steckdose sollte nur eine Frage eines wohlgeformten Steckers sein. Und die Häufigkeit, nun, die neigt in der Zukunft ja leider immer dazu, sich zugunsten der vierrädrigen Gesellen zu entwickeln. Bleibt der Unterschied im Stellplatz: der Autofahrer braucht einen, der Radler eben nicht, er könnte sich direkt an die Laterne schließen. Und schließlich die Abrechnung, aber da gäbe es auch einen einfachen Weg: der Anbieter könnte die erste halbe kWh Einphasenstrom kostenlos ausgeben, danach würde ein nicht zahlender Anwender abgeschaltet. Die Mißbrauchsgefahr ist gering, ein Autofahrer kommt damit nicht weit, und es lohnt sich für ihn auch nicht, sich stündlich aus- und wieder einzustöpseln. Gäbe eine Tankstelle den ersten Deziliter Benzin umsonst, würde wohl auch keiner fünfhundert Tanken abklappern, um sich eine Tankfüllung zusammenzuschnorren.

Damit so eine Idee umgesetzt werden könnte, brauchen wir Radler eine Lobby. Hmm, liest der ADFC wohl mit?

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Helme für Kinder – und nicht nur

Öko-Test hat Fahrradhelme getestet, zum zweiten Mal nach 2005. Das Ergebnis ist im groben Überblick vergleichbar: Jeder Helm, auch der billigste vom Discounter, schützt besser als kein Helm. Im Detail kann man sich bei Öko-Test einen Überblick verschaffen, muß für die Ergebnistabelle aber bezahlen. (Hier übrigens der Test von 2005.)

Wie aber ist es überhaupt mit Helmen, für Kinder und gar für Erwachsene? Im Gegensatz zu unseren Kindern sind wir alle ohne Fahrradhelme groß geworden, und die, denen es geschadet hat, sind nicht mehr hier, um davon zu berichten. Aber: Wir sind auch ohne Airbags und sogar ohne Gurte auf der Rückbank des Autos groß geworden, und viele könnten davon berichten, wenn sie noch hier wären. Die Zahlen der Unfalltoten seit den Siebzigern sind rückläufig, und zwar um Größenordnungen. Bei einem Unfall zu sterben ist also nicht einfach Schicksal, das man fatalistisch hinnehmen muß, das zum Verkehr einfach dazugehört, sondern eine zum Teil erheblich verbesserte Technik (der Gurt ist ein vergleichsweise simples Produkt und bewirkt so viel, Airbags und die passive Sicherheit des Karrosseriebaus sind aber absolute Hightechmaßnahmen) hat grundlegende Verbesserungen bewirkt.

Dagegen haben wir Radler praktisch keine Sicherheitsmaßnahmen vorzuweisen, wir haben immer noch keine Knautschzone und werden nie eine haben (Ausnahmen wie der Ganzkörperairbag gelten als Kuriosum, das auch schon mal in einem James-Bond-Film verarbeitet wurde, aber da kamen auch schon Raketenrucksäcke zum Tragen, und meine Armbanduhr hat auch immer noch keinen Laser) und können uns auch an nichts festgurten. Wenn wir einen Helm tragen, ist das unsere leichteste Übung – und die einzige (Motorradfahrer und einige Snowboarder tragen manchmal auch einen Rückenprotektor). Daß das nicht nur „die“ Radfahrer berührt, sondern auch uns, stellten wir bei einem klassischen Parkender-Autofahrer-macht-die-Tür-auf-Unfall meiner Frau fest, seitdem trägt sie einen Helm. Ich folgte einige Jahre später, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Seit wir Kinder haben, ist es uns aber selbstverständlich, denn ich finde, ein Vorbild muß man leben.

Ich bin also ein Helmbefürworter, und zwar kein geborener, sondern ein angelernter. Und ähnlich ungelenk finde ich die Position des ADFC: Helme sind, nun ja, vielleicht gar nicht schlecht, aber eine Helmpflicht, die wäre ganz schlecht. Nicht etwa weil Helme schaden, sondern weil dann die Radfahrer zu Hause bleiben würden. Am besten wäre es, wenn alle Radfahrer freiwillig Helme trügen. Tun sie aber nun mal nicht. Tja. Woran erinnert uns das jetzt ein wenig? Richtig, an die harten, vielumkämpften Jahre von 1976 bis 1984, von der Einführung der Gurtpflicht bis zu ihrer Durchsetzung. Die Automobillobby sah sich damals in ihren Grundrechten eingeschränkt („freie Fahrt für freie Bürger“ wird ja als ein Grundrecht angesehen), genauso wie heute wieder beim allgemeinen Tempolimit (Wikipedia). Heute, eine Generation später, findet man nur wenige „Gurtmuffel“ und wohl keinen mehr, der diese Haltung aktiv verteidigen würde. Ob der ADFC sich an diesen Verlauf mal erinnern mag?

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Copenhagen Wheel

Wenn man ein paar Dinge nimmt, die es alle schon gab, und sie mit wenig Aufwand zu etwas zusammenfügt, was es so noch nicht gab, nennt man das heute – Buzzwords sind wichtig – gern ein Mashup. Rechtzeitig zum Kopenhagener Klimagipfel, jedoch dort eigentlich noch unbemerkt, bauten die Jungs vom MIT etwas zusammen, was wirklich cool sein könnte, wenn es so rund ist, wie es klingt:

Copenhagen Wheel

Das Copenhagen Wheel ist ein Rad (aber eben kein Bike, kein Fahrrad, sondern ein Wheel, ein einzelnes Rad, das Hinterrad genaugenommen), das in bestehende Fahrräder integriert werden kann. Es ist ein bißchen wie ein Pedelec, ein Elektrorad, denn es schiebt uns an, wenn wir nicht mehr weitermögen, aber es verläßt sich noch mehr auf uns, denn es lädt sich auf, wenn es gerade gut geht, bergab, oder wir bremsen müssen. Es ist ziemlich hip, denn es verläßt sich auf ein iPhone zur Steuerung (iPhone! Buzzword!), kann damit navigieren, schalten, das Rad „anschließen“, also sperren – auch wenn das iPhone nicht wasserdicht und deshalb nicht lenkertauglich ist, aber es gibt ja die Otterbox. Es bietet an, Informationen über Facebook zu teilen (Facebook! Buzzword!) – auch wenn mein täglich gleicher Arbeitsweg nur wenige interessieren dürfte. Vor allem aber tut es eins: es sammelt alle Informationen über meine Fahrt, meine Route, meine Fitness, wertet sie aus, und bietet die Möglichkeit, diese Informationen anonymisiert zu übertragen (diese Aufgabe sieht das Projekt bei Städten angesiedelt).

Wenn dieses Softwareprojekt tatsächlich letztlich den gleichen Stellenwert hat wie die Hardwarekomponente, dann ist das Gesamtprojekt sehr mächtig – aber im Augenblick eben auch noch sehr hypothetisch. Einen solchen Sensorhaufen könnte man auch an jedes Fahrrad schrauben, nicht nur an elektrische, und auch an jedes Auto, dann hätte man erst einmal eine Informationsmenge.

Hardwareseitig bleibt erst einmal ein weiteres Pedelec, und ein Versuch, ein Pedelec als chic darzustellen, das ja eigentlich der Inbegriff der Uncoolness ist (womit ich Pedelecs nicht lächerlich machen will, sie haben ihre eigene Nutzergruppe, die sich sonst vielleicht nie aufs Rad setzen würde, und damit ihre Existenzberechtigung). Was ich gar nicht rausgefunden habe, ist, wie man es auflädt…

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Radstation in Düsseldorf

So lange ich schon in Düsseldorf radle, verfolge ich das Hickhack um die „Vaporware“ Radstation am Hauptbahnhof. Jetzt ist sie, fast zur allgemeinen Überraschung, Realität geworden. Gestern hat OB Elbers sie eröffnet. 500 Radler, Pendler oder nicht, können dort für 0,70 €/Tag ihr Rad trocken und bewacht verwahren, Dauerkarten sind entsprechend gestaffelt zu haben. Die „Zukunftswerkstatt“ ZWD bietet zudem Reparatur- und Reinigungsservice sowie Vermietung an. (Vermietung haben wir in Düsseldorf freilich schon mit „Nextbike“ abgedeckt.)

Rheinische Post
Center-TV (Video)

Stadt

ADFC Düsseldorf (hat heute noch nix dazu)

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Mit dem Fahrrad um die Welt