What’s in your bag?

[Trigami-Review]

Ich packe meinen Koffer… oder vielmehr meine Ortlieb-Lenkertasche.

In meiner Lenkertasche ist Flickzeug mit Reifenhebern (logisch), ein Schweizermesser, mein trusted old Geko 201 GPS, eine kleine Knipse, Tempos und etwas Wasser (überwiegend zum Händewaschen), Arnica gegen weinende Kinder, ein Packriemen und ein Bleistift für alle Lebenslagen, die LED Lenser P5R für Licht im Dunkeln und ein Travelbug, der beim nächsten Geocaching weiter wandern möchte.

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Heinz Ratz’ Tour der 1000 Brücken

Vor zwei Jahren war ich schon einmal bei Heinz Ratz zu Gast. Hier in Düsseldorf, natürlich im zakk, das ist unweigerlich der Ort für ein solches Programm. Sein Konzert zum “Lauf gegen die Kälte” sah ich mir zusammen mit unserem damals gerade Zweijährigen an.

Foto: Linn Marx, aus der Pressemappe

Diesmal nun radelt Heinz, und deshalb muß ich natürlich hier berichten, bei Radfahren mit Kindern. Außerdem muß ich beichten, die Tour verschlafen zu haben, er war schon in Düsseldorf, ohne mich. Nur noch Augsburg liegt vor uns, am 3. April, etwas zu weit weg für einen Nachmittagsausflug mit dem Fahrrad. 7.000km radelt Heinz Ratz, immer rund um den Pudding, besucht dabei Flüchtlingslager, singt und musiziert für Flüchtlinge und andere, hofft auf Erlös, der der Flüchtlingsarbeit zugute kommen soll.


1000-Brücken-Tour auf einer größeren Karte anzeigen

Wer die Lebensgeschichte und die letzten großen Projekte von Heinz Ratz anschaut, Laufen für Obdachlose, Schwimmen für Naturschutz, Radeln für Flüchtlinge, der muß schon sagen, ein bißchen verrückt muß man schon sein für so eine Sache. Damals in Düsseldorf waren wir vielleicht ein dreckiges Dutzend Zuschauer, darunter eben ein Zweijähriger, auf einzelnen Konzerten hier war es wohl ähnlich, an guten Tagen kommen 250-300 Leute, an guten Tagen sind anderthalbtausend Euro in Ratz’ weitgewanderten Stiefeln. Insgesamt sind diesmal schon 46.000 € drin, das ist richtiges Geld, 18.000 waren es damals beim Lauf, für den Naturschutz kam gerade eben etwas mehr als ein Tausender zusammen. Viel Aufwand für ein bißchen Geld für einen guten Zweck, und natürlich eine gewisse Öffentlichkeitswirkung. Daß es Obdachlose nicht lustig haben, da war ich durch fiftyfifty nah am Puls, daß es unseren Flüssen nicht gut geht, hatte ich auch im Blick, hat aber anscheinend nicht so viele interessiert. Flüchtlinge, die haben nun freilich gar keine gute Öffentlichkeitsarbeit, das Boot ist ja voll und so, und die kosten uns nur. Ha. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als im Art. 16 nur ein Satz stand. Heute folgen vier Absätze, die den einen Satz aushöhlen.

Mit dem Radfahren ist es denn doch etwas weniger geworden, der Streckenverlauf mußte an die Realitäten angepaßt werden, Ratz wollte mehr Zeit für Menschen haben, und Frankfurt-Oberhausen dürfte Heinz schwerlich wirklich mit dem Rad gemacht haben… Trotzdem bleibt es eine tolle Sache. Eine Spende wäre noch drin!

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Ushuaia und ein Weltrekord

Ich berichtete schon von Familie Vogel aus Idaho, die unterwegs waren, den amerikanischen Kontinent von Norden nach Süden, von Alaska nach Feuerland zu durchradeln – für ihre Kinder, bei Ankunft 13 Jahre alt, würde dies einen Weltrekord darstellen. Sie wären die jüngsten, die diese Strecke schafften.

Ushuaia, das Ende der Welt (Photograph © Nancy Vogel, used by permission)

Nun, sie sind angekommen. 27.800 km an 1.018 Tagen später ist die Reise vollbracht. Inzwischen ist die Familie berühmt, CNN-Interviews und Artikel in bekannten amerikanischen Magazinen erzählen von ihnen. Der Guinness-Rekord ist noch nicht amtlich, nach neuen Bestimmungen, die während der Reise eingeführt wurden, sind Daryl und Davy womöglich zu jung

Für Mutter Nancy mischt sich Trauer in die Freude: ihr Schwager ist gestern, am Tag nach der Ankunft, nach einer Herzoperation gestorben. Und alle sind angefüllt mit Erwartung: Was werden sie als nächstes tun? Neue Herausforderungen suchen oder das Alltagsleben aufnehmen?

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Wann, wenn nicht jetzt?

Wir haben überhaupt kein Auto, fahren statt dessen mit dem Rad zur Arbeit, bringen unsere Kinder zu Fuß zur Schule (und nennen das “walk-to-school”), wir beziehen atomfreien Naturstrom. Verhaltensmuster, die wir ganz natürlich finden, anderen Menschen aber immer wieder erklären und uns als “Sonderlinge” rechtfertigen müssen. (Erklären Sie mal einem anderen Kindergartenkind, dass kein Auto zu haben für Sie keine Geld- und Statusfrage ist – da lernen Sie Argumente kennen!)

Ist das richtig so, und wenn ja, sollten das nicht alle tun? Gleich morgen, oder besser heute Nachmittag? Nun, da gibt es zwei Antworten. Die eine ist mikroökonomisch (sollte ich das tun?), die andere makroökonomisch (sollten es alle gleichzeitig tun?).

Wenn alle Solarpanel auf ihr Dach schrauben oder Naturstrom beziehen würden, würde unser bestehendes Stromnetz nicht funktionieren, sagen die Herren etablierten Stromkonzerne. Die Überschußproduktion der sonnigen und windigen Mittagsstunden ließen sich für die Nachtleselampen und den Morgenkaffee bei Flaute nicht speichern. Konventionelle Kraftwerke müssten für uns Ökos die Stromspitzen abfangen. Dass das zumindest nicht ganz frei erfunden ist, sieht man bei Bio-Lebensmitteln: Wenn sie nach einem aktuellen Dioxinskandal plötzlich jeder essen will, sind nicht genug da.

Wenn wir alle auf das Fahrrad umstiegen, erlebten wir lustige Szenen auf unseren Straßen: Platz wäre zunächst ja genug, aber unverhältnismäßig viele führerscheinfreie (“Flensburg-Punkte” wären kein Druckmittel mehr) Sonntagsradler, überwiegend ohne Helm und unversichert (Privathaftpflicht ist anders als KFZ-Haftpflicht ja freiwillig), würden sich in wüstem Chaos ineinander verkeilen. Mittelfristig würde der Asphalt auch unter unseren Rädern bankrott gehen, langsamer zwar als durch LKW, aber dennoch – und dann? Er wurde ja von KFZ-Steuern bezahlt, die nicht mehr nachfließen. Auch das ist keine reine Fiktion: Fahrradstädte wie Amsterdam oder Kopenhagen beschwören durchaus auch mal den bevorstehenden Fahrrad-Verkehrskollaps herauf, und stellen Sie mal in irgendeiner niederländischen Innenstadt Ihr Fahrrad ab. Da kann man es nicht einfach an eine Laterne schließen, da stehen schon fünfhundert andere.

Unsere bestehenden Konzepte lassen sich also nicht 1:1 auf eine leuchtende Zukunft übertragen. Sie müssen mit ihren Aufgaben wachsen, wie Regelwerke das immer tun. Es können gar nicht alle auf einmal einen Umschwenk vornehmen.

Nur: Das wird ja auch nicht geschehen. Ökostrom gibt es seit ca. 2007 2000, und 2010 bin ich dann endlich umgestiegen, und war noch ein “early adaptor”. Kein Fukushima, keine Abwrackprämie kann uns, die trägen Menschen, dazu bewegen, alle auf einmal unsere Gewohnheiten umzustellen. Also gilt – mikroökonomisch – für den einzelnen trotzdem: Sollte ich es tun? Ja. Dann – wann, wenn nicht jetzt?

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Lad dein Pedelec mit Ökostrom

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Wer täglich Fahrrad fährt, tut ja schon mal einiges für die Umwelt, und spart sich z. B. den Ärger mit dem neuen “Biosprit” E10, denn wenigstens da sind sich alle Beteiligten einig: E10 ist für 100% der Radfahrer vollkommen ungefährlich…

Wie aber sieht es zu Hause aus, mit dem Strom? Nicht erst seit den letzten Tagen ist Atomstrom in Verruf, und auch Kohlenstrom ist nicht wirklich lecker für die CO2-Bilanzen. Nur vier Anbieter in Deutschland bieten echten Ökostrom an, der in jeder Hinsicht sauber für die Umwelt ist, und Lichtblick ist einer dieser vier. Bei dem gibt es jetzt eine Wechselaktion: Wer seinen Stromvertrag wechselt, erhält einen 25€-Gutschein dazu.

Damit wird der (im übrigen völlig problemlose) Wechsel versüßt, und zukünftig ist auch dein Pedelec unabhängig von den großen Stromkonzernen, die mit ihrem Festhalten an AKW auf eine Brücke setzen statt auf das andere Ufer. Diese Abstimmung mit den Füßen verstehen die Stromversorger, während sie die meisten Demos seit nunmehr 30 Jahren beharrlich ignorieren.

Jetzt hier zu LichtBlick wechseln und von allen Vorteilen profitieren!

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Der arme Poet in der Radstation

Lange, lange hat es gedauert, bis wir in Düsseldorf die Radstation bekamen. Jetzt ist sie da, seit anderthalb Jahren, und es tropft durch die Decke wie bei Spitzwegs “armem Poeten”, die abgestellten Räder verrosten.

Die Radmechaniker der Zukunfstwerkstatt reparieren aus Kulanz die Rostschäden an den Kundenfahrrädern. Der eigentlich Verantwortliche, die Stadt als Erbauer, sucht derweil das Gespräch mit dem Parkhaus über ihnen, von dem die Nässe ausgeht.

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Fahren mit der Schwebehaube – Hövding

Also, wenn meine Mami “sich die Haare macht” – dafür nimmt sie sich immer 1-2 Stunden Auszeit – dann kommt immer auch die herrliche Schwebehaube von Braun zum Einsatz.

Für uns Radfahrer gibt es die jetzt auch, ja tasächlich sogar für Kerle. “Hövding” haben die Schweden erfunden, soll wohl wirklich soviel heißen wie “Kopfdings”, und ist ein Airbag für Radfahrer, der Kopf- und Halspartie beim Unfall schützen soll.

Die Idee, daß der Airbag dem Helmmuffel als elegant schmackhaft gemacht wird, führt schon zu einem etwas, naja, schrägen Aussehen des Kragens, der mit verschiedenen Stoffdesigns an die Kleidung angepaßt werden kann. Kracht es dann, wird das Kopfdings in 0,1s zur Haartrockenhaube, die lange genug anhält, damit man in Ruhe fallen kann (zum Vergleich, ein Auto-Airbag fällt sofort wieder in sich zusammen).

Am Schönsten sieht das Teil schon mit einer schönen Schwedin drin aus. Es hat etwas vom Charme der 70er-Jahre-Science-Fiction, so in etwa im Tenor von “Mondbasis Alpha”.

Man wird Hövding ab 2011 kaufen können, einen Onlineshop hat es schon. Bis zur Zulassung in anderen Ländern, bin ich vorsichtig pessimistisch, wird es sicher dauern. Aber verboten wird es vermutlich nicht sein. Website: hovding.com

Ich will ehrlich sein: Ich trage lieber einen Helm, den ich anfassen kann.

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The Dog Detectives: Fahrradweltreisen für Kinder

Auf den ersten Blick würde man es gar nicht glauben, aber Fin und Zoa reisen gar nicht mit Kindern auf Fahrrädern um die Welt. Sondern mit Hunden! Trotzdem haben sie ihre Erlebnisse in ein Kinderbuch einfließen lassen, das einen Einblick in das Radeln in fernen Ländern gibt. “The Dog Detectives – In an Outback Odyssey” ist ihr erstes Buch, bisher leider nur auf Englisch erschienen, und das Zweite ist schon in der Mache (es wird nach Kanada führen).

Worum geht es?

Detective Jack und sein Gehilfe Poco Loco sind Hundedetektive, die geheimnisvolle Rätsel lösen und dabei neue Freunde treffen. In dem Abenteuer “Eine Buschodyssee” müssen sie einer Bande schmutziger Dingos ein gestohlenes Didgeridoo wieder abjagen. Die Bücher sollen unterhalten, Kindern die Tier- und Pflanzenwelt und die Kulturen verschiedener Erdteile näherbringen, und dem Leser die Freuden und Abenteuer des Fahrradreisens zeigen.

Die Bilder sind wunderschön, die Texte fast eher ein bißchen knapp. Ich werde für unsere Kinder beim Vorlesen wohl den Simultanübersetzer spielen.

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Kurz und grün

Der fuhr mir anderntags an der Messe vors Rad: Ich bin eine Brennstoffzelle der Rheinbahn. Und ja, klein wie eine Zelle ist er obendrein: ganze 8 Sitzplätze und ein paar Stehplätze finden sich hinter der einzigen Falttür. Er pendelt zu ein paar Parkplätzen, und dürfte wohl außerdem als experimentelles Testfahrzeug (nicht waschen!) dienen.

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“Jones the Pipe” – Klempner auf Zweirad

Eine nachahmenswerte Idee für Düsseldorf, die Stadt, die von U-Bahn-Baustellen derzeit recht erfolgreich in den Wahnsinn getrieben wird: Den Einwohnern von Weymouth geht es genauso, dort werden die Segelregatten der Olympischen Sommerspiele 2012 abgehalten, und auch jene Stadt liegt darnieder.

Der Klempner Chris “Jones the Pipe” Jones (eine Reminiszenz an den Film “Der Engländer, der auf einen Hügel stieg…”), fand eine Alternative dazu, in den Wahnsinn getrieben zu werden: Mit dem Fahrrad ist es möglich, seine Zeitpläne auch im zusammenbrechenden Verkehr einzuhalten. Er verlängerte den Radstand und baute sein Fahrrad so um, daß er Leiter, Staubsauger und ca. 4m lange Kupferrohre, insgesamt bis zu 50kg, mitführen kann.

“Ich bin rechtzeitig beim Kunden, spare Kosten und werde fit” sagt der findige Installateur. So könnte es bei uns tatsächlich auch funktionieren. (metro.co.uk, via @Radlhauptstadt)

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