E-Autos, E-Bikes und “Sekundärlithium”

Fans von Star Trek kennen schon seit bald 50 Jahren das fiktive Element “Dilithium”, es wird für den Warpantrieb benötigt. Sekundärlithium ist ebenfalls ein Kunstwort, es bezeichnet recyceltes Lithium aus Akkus und ist erst seit kurzem (211 Google-Fundstellen! Das ist heute fast ein Googlewhack!) in der Diskussion um Elektroautos aufgetaucht. Genau genommen hat das Fraunhofer Institut den Begriff schon 2009 ins Rennen geworfen, aber das 69seitige PDF hat wohl noch nicht viele zum Lesen animiert.

Das ZDF veröffentlichte jetzt Auszüge aus einer laufenden Studie der Bundesregierung, die suggerieren, eine komplette Ökobilanz eines Elektroautos, von Herstellung über Betrieb bis zur Verschrottung, gäbe eine schlechtere CO2-Bilanz ab als der vergleichbare Benziner. Das Hauptproblem sei dabei eben die Herstellung der Lithiumbatterie. Zweitens sei es erforderlich, dass das Auto auch wirklich mit umweltfreundlichem Strom aufgeladen werde – klar, denn sonst ist ja nichts gewonnen. Der wichtigste Nebensatz, der aus dieser Studie herauszulesen ist, ist aber “unter den gegenwärtigen Bedingungen“, und die stecken für Elektroautos ja gerade noch in den Kinderschuhen.

Übertragen auf das Pedelec, das ja gern als das “neue Fahrrad” gehandelt wird, kommen wir natürlich zu denselben Schlüssen im Kleinen. Aber hier müssen wir gucken, aus welcher Richtung der Wind weht, also woher der Benutzer kommt: Die Ökobilanz eines E-Bikes gegen ein konventionelles Fahrrad wird immer negativ ausfallen, denn man braucht ja ein Mehr an Technik. Es macht also keinen Sinn, wenn man schon Radfahrer ist, aus Umweltgründen zum Elektrofahrrad zu wechseln (irgendwie logisch). Wenn aber ein Autofahrer das Auto weglässt, oder auch nur öfter mal stehen lässt, muss man es in der Ökobilanz mit diesem Gefährt vergleichen – da wird es immer klar gewinnen.

Naja, wir mit zwei gesunden Beinen bleiben einstweilen beim Fahrrad, das ist dann scho’ recht so…

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Kampf auf der Straße – keine Neuigkeit

Dieser Disney-Kurzfilm zeigt Goofy als Autofahrer, der sich vom freundlichen Fußgänger “Dr Jekyll” in den werwölfischen Autofahrer “Mr Hyde” verwandelt. Es kommen zwar keine Radfahrer drin vor, aber ansonsten ist er treffend wie nie. Er ist von – 1950.

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Kopflampe LED Lenser H14

[Trigami-Review]

Die LED Lenser H14 ist die Kopf-Variante der M14, die ich kürzlich getestet habe. Bei insgesamt identischen Größen-, Gewichts- und Leistungsparametern kann man sie bequem am Kopf herumtragen. Auch diese High-End Taschenlampe bietet die schon bekannte Smart Light Technology und die immer wieder unglaubliche Lichtleistung, die man von der Firma Zweibrüder aus Solingen kennt. Außerdem ist das Tragen einer Kopflampe beim Radfahren von der Straßenverkehrsordnung gedeckt… Auch die H14 gibt es als umweltfreundlich wieder aufladbare H14R.

Für unser Video sind wir diesmal im Keller von Jörg:

Hier geht’s zur LED LENSER H14.

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Global Biking Initiative 2011 auf Tour

Die Jungs von Vodafone berichten nicht ohne Stolz vom erfolgreichen Start ihrer diesjährigen “Global Biking Initiative“, die 5 Tage lang von den Niederlanden nach Düsseldorf radelt und dabei Spenden sammelt. Am Freitag am Düsseldorfer Seestern kann man sie begrüßen, wer sich angemeldet hatte, kann auch die letzte Etappe mitradeln und mitfeiern.

Beeindruckend dabei: Teilnehmer aus dem Vodafone-Mitarbeiterlager kommen auch aus so typischen Fahrradländern wie Katar, Ghana oder Ägypten.

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Ein LED Lenser als Geschenk für die Umwelt

[Trigami-Review]

Eine LED Lenser P5R zu verschenken – da freut sich doch nicht nur die Umwelt, weil es eine batterievermeidende Akkutaschenlampe ist, sondern sicher auch der Beschenkte?

Zu meiner Verblüffung sah Michael Wolf vom ADFC Düsseldorf das anders:

“Danke auch, dass Du bei der Taschenlampe an mich gedacht hast. Zwar verlockend, aber ich habe keinen Bedarf an einer derartigen Lampe. Zum radfahren ist sie zu unpraktisch (kurze Laufzeit, keine Lenker- oder Helmhalterung dabei), zum immer dabei haben ist sie zu groß (da gibt es vom gleichen Hersteller angemesseneres), und mich hat beim ersten Blick auf die Website der Verpackungswahnsinn erschreckt – warum brauche ich für eine Taschenlampe einen Koffer?”

Ich hatte Michael ausgewählt, weil er mit dem ADFC die Fahrt zum “Dunwich Dynamo” organisiert, einem Nachtfahrevent in England im Juli diesen Jahres. Dabei würde er sicher eine solche Lampe brauchen, dachte ich. Aber wie ihr seht, hat er sie abgelehnt. Nicht alle seine Argumente kann ich verstehen, aber der Koffer ist wirklich ein Hammer: Wer Umweltschutz meint, muss auch bei allen Faktoren an ihn denken, und 293g eines zum Recycling nicht einmal spezifizierten Kunststoffs müssen nicht sein – die M14 kommt auch in einer Papschachtel.

Ich werde bei einer der nächsten Nachtfahrten des ADFC e. V. noch andere Mitglieder ansprechen, und bin sicher, dass ich sie dort beim ursprünglich geplanten Verein noch absetzen kann. Denn die Arbeit des Vereins, die sich z. B. in Aktionen wie “mit dem Rad zur Arbeit” manifestiert, hilft mehr Menschen auf Fahrräder zu bringen und paßt deshalb absolut zum Umweltschutzgedanken.

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LED Lenser fördert den Umweltschutz: Testbericht P5R

[Trigami-Review]

Ich fahre nicht nur gern und viel Rad, ich fahre auch gern nachts Rad. Das ist so eine Angewohnheit von mir, die habe ich nicht erst, seit ich kleine Kinder habe und mich noch ein Stündchen aufs Rad setze, wenn die Kurzen schlafen, sondern auch früher schon ging ich einfach gern nachts raus. Man kann schön allein und ungestört von allzu vielen “Dosen” auf dem Asphalt flitzen, oder im Wald ganz eins mit der Natur werden.

Um mit der Natur eins zu werden, empfehle ich, auf die Dunkelheit zu vertrauen. Dann spürt man bald, dass sie nie ganz dunkel ist, dass man immer wunderbar seinen Weg finden kann. – Nur, wenn es auf Licht ankommt, gibt es nichts Ungeeigneteres, als auf die Dunkelheit vertrauen zu müssen. Wenn man auch nur eine Kleinigkeit am Rad zu fixen hat, es muss ja gar kein Plattfuß sein, oder eine abgesprungene Kette, es reicht, dass man etwas nachjustieren will, einem etwas runtergefallen ist, oder der Waldweg wirklich gar nicht wenig uneben ist. Dann braucht man verlässliches Licht, ein Licht, das einfach zu bedienen und sofort da ist, das hell ist, aber auch einen blendfreien Dim-Modus hat. Eine kleine, kompakte, aufladbare LED-Taschenlampe, die auch in die hintere Tasche des Radlershirts passt, oder in die Lenkertasche. Das ist die LED Lenser P5R von Zweibrüder aus Solingen. Sie ist verlässlich, einfach zu bedienen, und deckt mit einer Leuchtweite von 190m und einer Leuchtdauer von 7 Stunden bei einem Gewicht von nur 80g alle Anforderungen ab, die auf einer Nachtradtour üblicherweise anfallen.

Es gibt sogar eine Lenkerhalterung, um sie als Fahrlicht zu verwenden (ich selbst benutze einfach einen kurzen Packriemen). Sie leuchtet die Fahrbahn wirklich fantastisch aus, besser als das nabendynamobetriebene Fahrlicht, und das ist ja schon hell. Klar aber, dass das nicht im Straßenverkehr zugelassen ist, sondern nur auf den Feldweg gehört.

Als wiederaufladbare Akkuleuchte erfüllt sie noch einen weiteren Anspruch, den wir Radfahrer ja gern ganz nebenbei bedienen: Sie ist umweltfreundlich. Es fallen keine wegzuwerfenden Batterien an. Und wie alles bei den Zweibrüdern aus Solingen ist das intelligente Ladesystem perfekt ausgeführt: Die Kontakte werden durch den Tastschalter am hinteren Ende der Lampe geführt, und ein magnetischer Ladeadapter hält die Lampe fest. Geladen wird über einen USB-Stecker, damit kann man entweder das Netzteil, das Notebook oder jede standardisierte Stromquelle benutzen – z. B. das “E-Werk” von Busch + Müller, ein Ladegerät, das den Nabendynamo als Stromquelle nutzt. So lädt man sogar unterwegs auf langen Reisen! (Schließlich hat die Lampe noch einen “Defence Strobe”-Modus, den ich früher verlacht hatte, bis er mir mal bei der Abwehr von Fahrraddieben wirklich nützlich wurde…)

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What’s in your bag?

[Trigami-Review]

Ich packe meinen Koffer… oder vielmehr meine Ortlieb-Lenkertasche.

In meiner Lenkertasche ist Flickzeug mit Reifenhebern (logisch), ein Schweizermesser, mein trusted old Geko 201 GPS, eine kleine Knipse, Tempos und etwas Wasser (überwiegend zum Händewaschen), Arnica gegen weinende Kinder, ein Packriemen und ein Bleistift für alle Lebenslagen, die LED Lenser P5R für Licht im Dunkeln und ein Travelbug, der beim nächsten Geocaching weiter wandern möchte.

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Heinz Ratz’ Tour der 1000 Brücken

Vor zwei Jahren war ich schon einmal bei Heinz Ratz zu Gast. Hier in Düsseldorf, natürlich im zakk, das ist unweigerlich der Ort für ein solches Programm. Sein Konzert zum “Lauf gegen die Kälte” sah ich mir zusammen mit unserem damals gerade Zweijährigen an.

Foto: Linn Marx, aus der Pressemappe

Diesmal nun radelt Heinz, und deshalb muß ich natürlich hier berichten, bei Radfahren mit Kindern. Außerdem muß ich beichten, die Tour verschlafen zu haben, er war schon in Düsseldorf, ohne mich. Nur noch Augsburg liegt vor uns, am 3. April, etwas zu weit weg für einen Nachmittagsausflug mit dem Fahrrad. 7.000km radelt Heinz Ratz, immer rund um den Pudding, besucht dabei Flüchtlingslager, singt und musiziert für Flüchtlinge und andere, hofft auf Erlös, der der Flüchtlingsarbeit zugute kommen soll.


1000-Brücken-Tour auf einer größeren Karte anzeigen

Wer die Lebensgeschichte und die letzten großen Projekte von Heinz Ratz anschaut, Laufen für Obdachlose, Schwimmen für Naturschutz, Radeln für Flüchtlinge, der muß schon sagen, ein bißchen verrückt muß man schon sein für so eine Sache. Damals in Düsseldorf waren wir vielleicht ein dreckiges Dutzend Zuschauer, darunter eben ein Zweijähriger, auf einzelnen Konzerten hier war es wohl ähnlich, an guten Tagen kommen 250-300 Leute, an guten Tagen sind anderthalbtausend Euro in Ratz’ weitgewanderten Stiefeln. Insgesamt sind diesmal schon 46.000 € drin, das ist richtiges Geld, 18.000 waren es damals beim Lauf, für den Naturschutz kam gerade eben etwas mehr als ein Tausender zusammen. Viel Aufwand für ein bißchen Geld für einen guten Zweck, und natürlich eine gewisse Öffentlichkeitswirkung. Daß es Obdachlose nicht lustig haben, da war ich durch fiftyfifty nah am Puls, daß es unseren Flüssen nicht gut geht, hatte ich auch im Blick, hat aber anscheinend nicht so viele interessiert. Flüchtlinge, die haben nun freilich gar keine gute Öffentlichkeitsarbeit, das Boot ist ja voll und so, und die kosten uns nur. Ha. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als im Art. 16 nur ein Satz stand. Heute folgen vier Absätze, die den einen Satz aushöhlen.

Mit dem Radfahren ist es denn doch etwas weniger geworden, der Streckenverlauf mußte an die Realitäten angepaßt werden, Ratz wollte mehr Zeit für Menschen haben, und Frankfurt-Oberhausen dürfte Heinz schwerlich wirklich mit dem Rad gemacht haben… Trotzdem bleibt es eine tolle Sache. Eine Spende wäre noch drin!

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Ushuaia und ein Weltrekord

Ich berichtete schon von Familie Vogel aus Idaho, die unterwegs waren, den amerikanischen Kontinent von Norden nach Süden, von Alaska nach Feuerland zu durchradeln – für ihre Kinder, bei Ankunft 13 Jahre alt, würde dies einen Weltrekord darstellen. Sie wären die jüngsten, die diese Strecke schafften.

Ushuaia, das Ende der Welt (Photograph © Nancy Vogel, used by permission)

Nun, sie sind angekommen. 27.800 km an 1.018 Tagen später ist die Reise vollbracht. Inzwischen ist die Familie berühmt, CNN-Interviews und Artikel in bekannten amerikanischen Magazinen erzählen von ihnen. Der Guinness-Rekord ist noch nicht amtlich, nach neuen Bestimmungen, die während der Reise eingeführt wurden, sind Daryl und Davy womöglich zu jung

Für Mutter Nancy mischt sich Trauer in die Freude: ihr Schwager ist gestern, am Tag nach der Ankunft, nach einer Herzoperation gestorben. Und alle sind angefüllt mit Erwartung: Was werden sie als nächstes tun? Neue Herausforderungen suchen oder das Alltagsleben aufnehmen?

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Wann, wenn nicht jetzt?

Wir haben überhaupt kein Auto, fahren statt dessen mit dem Rad zur Arbeit, bringen unsere Kinder zu Fuß zur Schule (und nennen das “walk-to-school”), wir beziehen atomfreien Naturstrom. Verhaltensmuster, die wir ganz natürlich finden, anderen Menschen aber immer wieder erklären und uns als “Sonderlinge” rechtfertigen müssen. (Erklären Sie mal einem anderen Kindergartenkind, dass kein Auto zu haben für Sie keine Geld- und Statusfrage ist – da lernen Sie Argumente kennen!)

Ist das richtig so, und wenn ja, sollten das nicht alle tun? Gleich morgen, oder besser heute Nachmittag? Nun, da gibt es zwei Antworten. Die eine ist mikroökonomisch (sollte ich das tun?), die andere makroökonomisch (sollten es alle gleichzeitig tun?).

Wenn alle Solarpanel auf ihr Dach schrauben oder Naturstrom beziehen würden, würde unser bestehendes Stromnetz nicht funktionieren, sagen die Herren etablierten Stromkonzerne. Die Überschußproduktion der sonnigen und windigen Mittagsstunden ließen sich für die Nachtleselampen und den Morgenkaffee bei Flaute nicht speichern. Konventionelle Kraftwerke müssten für uns Ökos die Stromspitzen abfangen. Dass das zumindest nicht ganz frei erfunden ist, sieht man bei Bio-Lebensmitteln: Wenn sie nach einem aktuellen Dioxinskandal plötzlich jeder essen will, sind nicht genug da.

Wenn wir alle auf das Fahrrad umstiegen, erlebten wir lustige Szenen auf unseren Straßen: Platz wäre zunächst ja genug, aber unverhältnismäßig viele führerscheinfreie (“Flensburg-Punkte” wären kein Druckmittel mehr) Sonntagsradler, überwiegend ohne Helm und unversichert (Privathaftpflicht ist anders als KFZ-Haftpflicht ja freiwillig), würden sich in wüstem Chaos ineinander verkeilen. Mittelfristig würde der Asphalt auch unter unseren Rädern bankrott gehen, langsamer zwar als durch LKW, aber dennoch – und dann? Er wurde ja von KFZ-Steuern bezahlt, die nicht mehr nachfließen. Auch das ist keine reine Fiktion: Fahrradstädte wie Amsterdam oder Kopenhagen beschwören durchaus auch mal den bevorstehenden Fahrrad-Verkehrskollaps herauf, und stellen Sie mal in irgendeiner niederländischen Innenstadt Ihr Fahrrad ab. Da kann man es nicht einfach an eine Laterne schließen, da stehen schon fünfhundert andere.

Unsere bestehenden Konzepte lassen sich also nicht 1:1 auf eine leuchtende Zukunft übertragen. Sie müssen mit ihren Aufgaben wachsen, wie Regelwerke das immer tun. Es können gar nicht alle auf einmal einen Umschwenk vornehmen.

Nur: Das wird ja auch nicht geschehen. Ökostrom gibt es seit ca. 2007 2000, und 2010 bin ich dann endlich umgestiegen, und war noch ein “early adaptor”. Kein Fukushima, keine Abwrackprämie kann uns, die trägen Menschen, dazu bewegen, alle auf einmal unsere Gewohnheiten umzustellen. Also gilt – mikroökonomisch – für den einzelnen trotzdem: Sollte ich es tun? Ja. Dann – wann, wenn nicht jetzt?

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