Fahrraddiebstahlsicherungsidee

Fast aufgeregt kam der Vornamensgenosse von den Radgaragen an und wies mich auf ein scheinbar tolles neues System zur Diebstahlsicherung wertvoller Fahrräder hin.

Man kennt es schon von Autos: An unauffälliger Stelle wird ein winziger GPS-Locator versteckt. Wird das Auto gestohlen, wird er aktiviert und verrät dem Besitzer die Position. In einer Fernsehreportage erfuhr ich einmal, das sei eins der zuverlässigsten Systeme, da es dem Dieb praktisch unmöglich ist, ein ganzes Auto nach einer kaum zigarettenschachtelgroßen Box abzusuchen. Das ist beim Fahrrad natürlich etwas schwieriger, aber die Firma hat eine vergleichbar gute Lösung gefunden: der GPS wird in der Sattelstange versenkt und aus dem Nabendynamo gespeist. Das macht ihn zumindest von außen unsichtbar. Der Erfolg steht und fällt dann mit der Schnelligkeit der Ortung. Dem Dieb darf keine Zeit bleiben, das Gerät zu finden, und das heißt, der Dienstanbieter (das soll der Fahrradfachhändler sein) muß 24stündig erreichbar sein, um die Ortung durchzuführen. Wenn ich aus der Altstadtkneipe komme und mein Rad ist weg, dann reicht es nicht, die Ortung Montag morgen auszuführen.

Das Gerät sollte für verblüffend günstige 50 EUR zu haben sein, mit einem akzeptablen Deal als Haken: Für die Ortung muß man  an den Fahrradhändler 15 EUR zahlen – aber wenn das Rad erst einmal gestohlen und die Ortung erfolgreich ist, genau dann ist man natürlich gern bereit, diesen Betrag noch nachzuschießen, allenfalls ersetzt ihn sogar die Fahrradversicherung.

Irgendetwas war zu schön um wahr zu sein, ich fand es dann im Kleingedruckten des Impressums versenkt: Die Firma gibt es gar nicht, vielmehr sahen wir den Gewinner eines Schüler-Gründungswettbewerbs, ein theoretisches Denkmodell, kein reales Produkt. Aber die drei Jungs und ein Mädchen haben ganze Arbeit geleistet, sind wohl sogar etwas über das Ziel hinausgeschossen: eine vollständige Website, mit Impressum, mit GmbH, mit Handelsregistereintrag, mit Domain und E-Mail-Adresse. Man muß etwas zu genau hinsehen, um zu erkennen, daß die GmbH fiktiv ist, und die Domain gibt es dummerweise sogar, sie gehört einer völlig anderen Firma in einer anderen Stadt, ich bezweifle, daß die um Erlaubnis gefragt wurden.

Tatsächlich wurde hier aber eine interessante Idee vorgelegt, die hoffentlich wirklich verfolgt wird. Ich halte die Rahmenkonstruktion für absolut realisierbar, nur an das Preismodell glaube ich nicht. Aber dem Rat folgend, man solle 10% des Radwerts für ein gutes Schloß ansetzen, wären sicher einige bereit, auch noch einen Hunderter für das Konzept auszugeben, und zu dem Preis wird die Idee schon reeller.

Ich werde dranbleiben an den Jungunternehmern und das verfolgen.

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