‘I know what I’m doing’: Motorist pulling thirty-tons box through inner city insists he WASN’T putting people in danger

The last time I went to London I observed the most curious device: A motorist had an enormous steel box attached to the rear of his car. It was probably 8 ft wide, wider than most cars, 8 ft high, higher than any car, and 40 ft long, as long as a bus. The car with the box must easily have weighed 30 tons – as much as 300 cyclists with their bikes. He was pulling the contraption, which barely enabled him to see more than through his front windshield, through the inner city at rush hour.

When I enquired with a road safety police officer he told me they ‘knew what they were doing’. Apparently people had been carrying goods in those ‘HGVs’ on this route for years, and he probably thought the annoying tourist was ‘unfair’ on motorists. He insisted they WEREN’T putting people in danger.

Since my return from London, six cyclists have died in London in just two weeks. They were run over by HGV trucks, lorries, and buses, often in their own separate bike lanes. While the above encounter (including the capitalization) is a fictitious response to a quite outrageous Daily Mail article, the rate of accidents is very much real, making it obvious where the dangers lie, and where to look to improve the situation.

A cargo bike, apparently a rare sight in central London

A cargo bike, apparently a rare sight in central London

London, like many other places, has recently experienced a bike boom, and cyclist-friendly mayor, Boris Johnson, is now struggling to turn his multi-million-people city around like a sluggish supertanker, reacting to the increased demand for cycling safety. When he erected bicycle lanes, people complained that they were merely “blue lines painted on the road” and this was insufficient. When cyclists stop on the inside of HGVs, in the drivers’ blind spot, “they may well have the right to be there”, as acknowledged by Met Traffic Command chief Jones, but they are maimed anyway. And the current approach of Johnson and Jones – increased police presence allegedly seeking for reckless drivers and riders alike, yet stopping 70 lorries and 100 cyclists – is a desperate measure and is looking in the wrong places.

The fact is, and it is the same in London or Düsseldorf,

  • that city traffic is on the verge of collapse,
  • that any cyclist is one less car and therefore actively helping relax this threat scenario,
  • that all we have to stop each other from killing us is a feeble construction of rules, lines, white or blue alike, and blinking lights that barely anyone is following,
  • and while any participant not following those rules is a troublemaker, a truck of 30 tons IS putting people in danger, a cyclist on a bakfiets is only a threat to himself.
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Mein Test: Dein Text. Dein Motiv. Dein picShirt.

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Die Möglichkeit, T-Shirts und andere Textilien mit eigenen Motiven zu bedrucken, war früher wenigen Copyshops vorbehalten und gehört heute zum guten Ton des Internets. Ein Anbieter muss da also etwas vorweisen können, was den Vergleich zu anderen Anbietern wert ist: Die Bestellung muss komfortabel sein, die Textilien von anständiger Qualität, der Preis konkurrenzfähig und die Qualität des gelieferten Drucks sollte überzeugen.

Shirts mit eigenem Text selbst gestaltenWer es schnell machen will, möchte Shirts mit eigenem Text selbst gestalten, und erwartet, dass dieser Vorgang wirklich nur wenige Mausklicks dauert. Nun, picShirts.de liefert: Beim Aufruf der Site ist der “Creator” schon geöffnet, ein T-Shirt wählen, den Reiter “Text” wählen, losschreiben, in den Warenkorb. Schneller geht’s nimmer.

Shirts mit eigenem Motiv selbst gestaltenWer dagegen etwas wirklich Eigenes entwickeln will, mit Fotos oder Logo, der möchte Shirts mit eigenem Motiv selbst gestalten, und erwartet, dass er volle Kontrolle und Einstellmöglichkeiten hat. Nun, picShirts.de liefert: Du kannst deine eigene Grafik- oder Bilddatei hochladen, online im Creator z. B. noch Silhouetten verändern oder rotieren, du wirst über eine verständliche Sternchen-Ampel informiert, ob deine Bildauflösung für die gewählte Größe gut genug ist, Transparenz bei PNG-Daten wird beim Druck berücksichtigt. Auch eigene Grafiken mit Text oder Cliparts zu kombinieren ist gegen Aufpreis möglich. Das alles klappt im picShirts.de – Shirt-Creator problemlos.

picshirts_LogoDie ganze Website verspricht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, gute Qualität, günstige Preise, die Möglichkeiten des Creators, die Garantie eines Trusted Shop. Und so ist denn auch die Seite um den Shirt-Creator herum bewusst sparsam gebaut. Alles Wichtige spielt sich darin ab. Natürlich hat man beim guten alten T-Shirt-Druck heute auch neue Ansprüche: Ich mag z. B. Produkte aus Organic Cotton, und auch die werden geliefert. Oder man möchte ungewöhnlichere Dinge in individuelle Geschenke verwandeln – dafür gibt es nicht einfach nur T-Shirts, sondern auch Hoodies, Babybekleidung, Regenjacken, Caps, Kissen oder Smartphone-Cover. Oder man erstellt selbst einen QR-Code und druckt ihn werbewirksam auf…. bestickt Polohemden… Wenn es textil ist, ist es möglich. Tassen gehen hier nicht :-)

Natürlich kann man die Qualität am Ende erst beurteilen, wenn man sein eigenes Produkt in Händen hält, und so habe ich einen Testdruck bestellt. Mein Hoodie mit dem neuen Logo von “Radfahren mit Kindern” sieht wirklich gut aus, ist aus einer sehr anschmiegsamen Faser und ausgezeichnet bedruckt. Wie ich schon schrieb, werden Transparenzen freigestellt, das Weiß ist deckend. Ich bin höchst zufrieden. Versandt wurde mit DHL, eine Waschanleitung liegt ebenso bei wie zwei Gutscheine zur Anrechnung auf die nächste Bestellung – eine nette Geste.

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Das selbstradelnde Hinterrad – Perpetuum mobile oder unendliche Geschichte?

Seit Anfang 2010 auf der Kopenhagener Klimakonferenz das “Copenhagen Wheel” vorgestellt wurde, rollt die Idee eines Nachrüstsatzes für ein Elektrofahrrad, das sich auf den Austausch des Hinterrads beschränkt, durch unsere Köpfe.

Copenhagen Wheel 2010

Oder trudelt, sollte man vielleicht besser sagen. Denn in Schwung kam die Idee nicht, auch noch nicht, als 2011 eine Schweizer Firma mit an Bord stieg und das “e-Jalopy” daraus machte.

GreenWheel E-jalopy 2011

Auch das wurde nichts, die Zeit berichtet, dass der Schweizer den Ursprungsentwickler aus dem Boot warf und mit einer neuen Website durchstartete – man schaue selbst, auch diese dümpelt nach heutigem Stand nur inhaltsleer.

Aber natürlich ist so eine Idee, einmal in der Welt, auch in den Köpfen anderer Leute. Und so versucht es jetzt der nächste mit einem Kickstarter, er hat die Idee 1:1 re-engineert. Alle Ursprungselemente sind weiterhin an Bord, der 250W-Motor, die Smartphone-App, das “Abschließen” mit demselben. Neu ist ein LED-Scheinwerfer in der Smartphonehalterung und ein eigener GPS-Sensor im Hinterrad, der bei Diebstahl helfen soll.

FlyKly Smart Wheel 2013

FlyKly Smart Wheel 2013

Der geneigte Leser sagt: Abwarten. Das Fahrrad ist jetzt bald 200 Jahre alt, es hat vieles gesehen. Neue Ideen setzen sich durch, wenn ihre Zeit gekommen ist usw. usw. Manchmal gelingt es, der Helmairbag Hövding aus derselben Zeit kommt inzwischen wirklich in Schwung, er ist z. B. im Tagesspiegel oder sogar bei Amazon angekommen.

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Warner Brothers Studio Tour, ein Erlebnis für Harry-Potter-Fans

Wir wissen nicht mehr genau, wann die Buchreihe “Harry Potter” Einzug in unser Leben hielt. Ich erinnere mich aber an eine Fahrradreise durch Schweden im Sommer 2003, während der der Band “The Order of the Phoenix” erschien. In jenen Jahren gab es richtige Launch Partys, bei denen Fans unter großem Presserummel um Mitternacht des Stichtags das neue Buch präsentiert wurde. Wir dagegen hielten uns in ländlicher Gegend Südschwedens auf und waren froh, in den Tagen darauf (am Erscheinungstag war Midsommar und natürlich alle Geschäfte geschlossen) und der einzigen Buchhandlung einer Kleinstadt den Band tatsächlich zu erhalten. Wir fuhren nicht viel Fahrrad in den nächsten Tagen, sondern hockten im Zelt und lasen das Buch in abwechselnden Schichten. Unsere Kinder waren damals noch nicht einmal geboren, heute mit sieben und neun Jahren sind auch sie begeisterte Leser der Bücher.

Gewaltige optische Erlebnisse sind natürlich die dazu gehörigen Filme, die zwischen 2001 und 2011 entstanden, und den Weltrang von Joanne K. Rowling ebenso festigten wie den von Daniel Radcliffe und Emma Watson. Dabei sind vor allem zwei Dinge besonders an ihnen: Erstens wurden die Filme von Hollywoodrang komplett in England produziert, und zweitens wurde von den epischen Spezialeffekten verblüffend viel nicht am Computer, sondern Im Richtigen Leben, in Modellen und Animatronic, umgesetzt.

Und deshalb haben Warner Brothers in Watford bei London die Möglichkeit genutzt, nach Abschluss der Produktion aus den nicht länger benötigten Requisiten in den Studiohallen eine gewaltige Fanausstellung zu machen: die Warner Brothers Studio Tour. Ein Tour Guide sagte mir “ich war in Hollywood in den großen Studios, und sie hatten gar nichts wie wir hier, das sie vorführen konnten.”

Womit wir ins Spiel kommen: Englandreise, Harry-Potter-Fans groß und klein, logische Folge: Die Studiotour muss angesehen werden!

Shuttlebus

Und so standen wir am Morgen des 29. August um 9 Uhr 54 in Leavesden und nahmen unsere Audio Guides (dazu später mehr) in Empfang. “Are you quite calm?” fragte mich der freundliche Junge am Ausgabeschalter. Er musste mir angesehen haben, dass ich eben gar nicht ruhig war – dass wir hier waren, mit unseren Eintrittskarten, genau wenige Minuten vor unserem eingeräumten Eintrittstermin, hatten filmreife finstere Mächte mit allerlei Tücken wie ausgebuchten Karten, abstürzenden Heißluftballons und in die Irre gehenden Navis zu verhindern versucht. Jetzt aber, jetzt war ich ganz ruhig.  Weiterlesen

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Lust auf Premium Urlaub – Ferien am Wörthersee

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Manchmal bedaure ich es, dass die Kinder gerade noch etwas zu klein sind, um eine richtige Campingreise mit den Rädern zu machen. Dabei gibt es viele andere Arten, Radfahren und Kinder im Urlaub unter einen Hut zu bringen, sportliche und gemütliche, luxuriöse und budgetorientierte.

Familienradeln am Wörthersee

Wenn man eher Lust auf Premium Urlaub hat, aber trotzdem etwas Sportliches machen will, bieten sich die 4 und 5 Sterne Hotels am Wörthersee an. Dann kann man es sich im Rahmenprogramm gut gehen lassen, und dann losradeln: Nach einem herrlichen, stärkenden Frühstück gemütlich durch die Landschaft rollen mitsamt den Kindern ist ebenso drin wie verschärftes Mountainbiken, während die Kids im Sommersportcamp “Kid’s Se(e)nsation” betreut werden, oder mittwochs auf Piratenschifffahrt mit Kapitän Blaubart gehen. Wenn die eigene Kondition noch Optimierungspotential aufweist, kann man sich mit einem elektrisch unterstützten “movelo” anschieben lassen. Genussradler oder Rennradler, eigenes Rad auf dem Heckträger mitgebracht oder passende Räder, auch für Kinder, direkt am Hotel gemietet – es ist für jeden etwas dabei.

Radfahren am Wörthersee

Und abends heißt es dann wieder Urlaub auf höchstem Niveau, wenn die Top Hotels am Wörthersee mit Wellness und Sterneküche mit Seeblick den Tag ausklingen lassen. Denn die Landschaft, die ist mit Geld nicht zu bezahlen und doch immer im Preis inbegriffen.

Seeblickdinner am Wörthersee

Wer noch spontan günstige Angebote sucht, findet sie hier: z. B. aktiv entspannen oder Wellness, oder 4 Nächte zum Preis von 3. Welche Unterkünfte noch frei sind, kann man hier checken: einfach den Schieber am oberen Seitenrand auf den gewünschten Zeitraum einstellen! Alle Angebote erreicht man auch von der Startseite: viele nützliche Links führen von dort weg, selbst zu so exotischen Seiten wie “hurra, es regnet” mit eigenem Infofolder – als wenn das im Augenblick vorstellbar erschiene…

Premium Hotels Wörthersee

Ob man seinen Urlaub eher umweltgerecht gestalten will, liegt in der Hand des Einzelnen. Die Möglichkeiten sind da: Wo das Mietradangebot gut ist, kann man mit der Bahn anreisen, Bioküche in vielen Hotels und Restaurants genießen, einen Besuch im Biosphärenpark Nockberge unterbringen… Ich finde es immer wichtig, dass ökologisches Verhalten und Komfort sich eben auch nicht ausschließen.

Klar, dass es auch eine likenswerte Facebook-Seite und einen Youtube-Channel gibt, bei dem allerdings noch was geht.

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Verständige Menschen

Ich würde mich als relativ verständigen Menschen verstehen – aber ich schätze, das würden die meisten von sich erklären, aber oft von anderen bestreiten. Ich trage einen Fahrradhelm (meistens) denn wenn auch sein tatsächliches Sicherheitspotential für einen zügig radelnden Erwachsenen begrenzt ist, besteht wenig Zweifel, dass er eher nutzt als schadet. Wenn ich ihn einmal nicht trage, empfinde ich mich immer noch als verständig, immerhin bewege ich mich weiterhin im Rahmen der Straßenverkehrsordnung, die keine Helmpflicht kennt.

Ein Problem mit den verständigen Menschen ist, dass es für sie keine objektive Definition gibt. Würden verständige Menschen rauchen, in Restaurants oder überhaupt? Wie viel Gemüse essen verständige Menschen, wie viel Pommes? Sind es verständige Menschen, die in den vergangenen Jahren die europäische Finanz- und Bankenpolitik gelenkt haben?

Würden verständige Menschen nachts in dunkler Kleidung Rad fahren? Oder würden sie unter denselben Lichtverhältnissen ein dunkles Auto lenken? Sind es verständige Radfahrer, denen es auf der Straße so heftig zugeht, dass sie lieber auf dem Gehweg fahren? Weil es ihnen subjektiv sicherer vorkommt, obwohl ihr objektives Unfallrisiko um das bis zu Zwölffache erhöht ist? Sind es verständige Autofahrer, die auf der Straße neben dem Radfahrer herfahren, das Seitenfenster runterdrehen und Vogel zeigend “Radweg!” brüllen – obwohl da nur ein Gehweg ist? Nicht einmal, sondern fünf-, zehn-, zwanzigmal?

Zumindest für die letztgenannten Fälle gibt es aber objektive Kriterien: Der Radfahrer führt ein Fahrzeug und gehört grundsätzlich auf die Fahrbahn, das sagt die Straßenverkehrsordnung explizit, benutzungspflichtige Radwege sind die Ausnahme von der Regel. Verständige Menschen, das sind doch sicher die, die sich an die objektiv einschlägige Rechtsvorschrift halten.

Richter sind in diesem Land in ihren Entscheidungen an Recht und Gesetz gebunden, das, und nur das, ist objektiv. Vermutlich hilft es ihnen bei der Entscheidungsfindung, wenn sie außerdem verständige Menschen sind, das ist jedoch subjektiv und deshalb keine Bedingung.

Worum ging es nun bei alledem? Das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein hat einer schuldlos in einen Unfall verwickelten Radfahrerin einen Eigenanteil der Kosten aufgebrummt, weil sie keinen Helm trug, was nicht vorgeschrieben ist, was aber, so der Richter, “ein verständiger Mensch tun würde”. Ein verständiger juristischer Kommentar dazu z. B. hier, oder man googelt “Helmpflicht durch die Hintertür”. Der ADFC hat angekündigt, die Radfahrerin bei der Revision zu unterstützen.

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Das Freie Radfahren in der Stadt der Liebe

Wir haben fünf Tage Städteurlaub in Paris gemacht, der Stadt der Liebe, und der Vélibs, der Freien Fahrräder. Eine schöne Stadt, eine, die ich irgendwie immer mit unglaublich vielen Autos assoziiere, die unglaublich elegant umeinander herumkurven, sich auch von gelegentlichen Beulen nicht aus der Nonchalance bringen lassen, während die Fahrer in der betagten Ente genüßlich an ihrer Gauloises ziehen. Ihre Radfahrer haben alle ein Baguette im Lenkerkorb und profitieren von derselben Nonchalance. Stimmt so? Ganz anders, trotzdem irgendwie doch so, wie ich feststellte.

Fangen wir mit dem Konzept Vélib an: Dieses Stadtfahrrad steht überall zur Verfügung, zwar muß es an einer Station gelöst und abgegeben werden, doch die sind so omnipräsent wie die Bäckereien, von denen angeblich Napoleon verfügte, kein Parisien müsse weiter als 300m laufen, um an ein Baguette zu kommen. Die erste halbe Stunde ist gratis.

Vélibs in ihrer Leihstation. Kunde sein muß man aber schon.

Beschwingt verließ ich also unsere Ferienwohnung, um an einer solchen Station ein Fahrzeug zu erstehen und loszudüsen. Das Terminal ließ sich auf Englisch umstellen (mein Französisch ist mehr so so-so), und fragte mich nach meiner Kundennummer. Moment mal, Kundennummer? An diese kleine Voraussetzung hatte ich nicht gedacht, unsere Düsseldorfer Nextbikes bucht man telefonisch, das geht auch als Neukunde.

Nun bietet uns das 21. Jahrhundert Smartphones, und fast jedes Café in den Straßen von Paris gratis WLAN, ich mußte also nicht weit laufen, um Kunde zu werden, ohne teuer zu roamen. Statt der kostenlosen halben Stunde entscheide ich mich für die Tageskarte für sensationell günstige 1,70 €, und kann jetzt das Rad auslösen. Mit einem satten “Klack!” fällt es aus der Halterung, in die es statt eines Schlosses einfach mit einem Bolzen vorn am Rahmen reingeschoben wird, und steht vor mir.

Mein Vélib, im Hintergrund gut sichtbar eine Busspur mit Fahrradnutzung.

Sattelhöhe justiert und losgefahren im Sonnenschein. Trotz seines beachtlichen Gewichts fährt es angenehm mit Dreigang-Nabenschaltung und Nabendynamo. Statt eines Gepäckträgers hat es den besagten Lenkerkorb für das Baguette.- Übrigens, eine Flotte von Servicepersonal ist stets unterwegs, die Räder technisch auf Zack und den Reifendruck à jour zu halten.

Nach kurzer Fahrt auf kleinen Seitenstraßen schwenke ich in die erste Hauptstraße ein. Das ist gar nicht so schwierig, denn fast überall dürfen wir Radfahrer die Busspur mitbenutzen, an mancher Ampelkreuzung haben wir eine Box vor der Haltelinie, oder eine eigene Radfahrerampel. Dass wir Radfahrer speziell geschätzt werden, ist zwar nicht gerade mein Eindruck, aber es gibt wohl wirklich diese Nonchalance, diese tiefenentspannte Haltung, die auch im Straßenverkehr greift, und die bedeutet, dass man irgendwie elegant umschifft und auch selbst durchgelassen wird. Man muß sich gewisse Ansprüche aber auch nehmen, in eine Spur voller Autos einzuschwenken, auch einmal  links abzubiegen, wo es nicht erlaubt ist, alle anderen es aber auch tun. Ich gerate in einen Kordon von 2VCs (die “Ente” ist hier aber auch ein Museums-, kein Alltagsfahrzeug mehr) und schwimme lustig mit.

Google Maps nölt aus meiner Tasche, für meinen zuvor abgesteckten Kurs hätte ich hier rechts abbiegen sollen, aber ich folge lieber dem großen Boulevard und werde am nächsten Platz mit einem Blick auf den Eiffelturm in der Ferne belohnt, den Kreisverkehr nehme ich einfach zweimal. Oh, ein kleiner Glaspalast mit Säulen davor, es ist eine Autolib-Station, das Äquivalent zum Leihen von Elektroautos. Google hat sich jetzt neu orientiert und lenkt mich in eine Art kleinen Triumphbogen zwischen zwei Häusern, hier dürfen mir die Autofahrer leider nicht folgen. Ein einheimische Radfahrer glaubt, mich mit dem Leihrad als Gelegenheitsradler locker abhängen zu können, aber ich kann einiges aus dem Gerät herausholen, eine Weile flitzen wir nebeneinander her, bis er rechts abbiegt.

Eiffelturm in der Ferne

Am Ziel angekommen, stelle ich mein Rad einfach ab, das Ausbuchen geschieht automatisch. Leider stand an dieser Station kein weiteres Rad bereit, sofort kommt jemand und leiht meins aus. Wollte ich später weiterfahren, hätte ich hier das Nachsehen, aber meine Testfahrt ist beendet.

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Radfahrtraining

Die Schultochter hat diese Woche Radfahrtraining. Von der Verkehrswacht ausgerufen, von Eltern und Lehrern betreut, sollen die Kinder an 2 Vormittagen à 2 Schulstunden verkehrsrichtiges Verhalten lernen, am Ende der Grundschule dann mit einer “Radfahrprüfung” abschließen. Ich war dabei.

Etwas mehr als 30 Kinder finden sich begeistert johlend auf dem Schulhof ein. Die meisten haben eigene Räder und Helme mit. Für den Rest stellt die Verkehrswacht einen Anhänger mit einem Dutzend Rädern und einem großen Karton voll Helmen bereit. Schon der erste Eindruck offenbart ein breites Spektrum: gefühlte 40% der Kinder sind sehr sichere Radfahrer, beherrschen ihr Rad beim Fahren, gewagten Herumkurven und Bremsen auf den Punkt, handgestoppte 10% bilden das untere Ende der Skala, sie können praktisch noch nicht radfahren. Das Mittelfeld kann relativ sicher geradeaus- und in Kurven fahren, zum Stillstand kommen, eine Hand kurz vom Lenker nehmen.

Die mitgebrachten eigenen Räder sind zu ca. 50% verkehrssicher, die andere Hälfte ist entweder abenteuerlich ausgestattet oder als Fun-Bike gar nicht für den Verkehr vorgesehen, hat also z. B. keine Lichtanlage. (Bei achtjährigen Kindern ist das ja auch noch akzeptabel, wenn sie mit diesen Gefährten eben nicht auf der Fahrbahn fahren.) Immerhin ca. ein Drittel hat Nabendynamos. Die Mehrzahl der Kinder hat einen Helm, davon die überwiegende Mehrzahl ist in brauchbarem Zustand und leidlich gut eingestellt und aufgesetzt. Es gibt ein paar “Cowboyhüte” und sicher zu viele zu lockere Kinnriemen. (Bei diesem Hardwareüberblick gebe ich noch mit: es handelt sich um eine Schule im “gutbürgerlichen” Umfeld, wo beim nachmittäglichen Abholparcours Audi, Mercedes und BMW vorherrschen, ähnlich nichtrepräsentativ ist sicher auch die Fahrradausstattung.)

Die Räder und Helme der Verkehrswacht sind auch interessant: Fast alle sind nur 20″ groß, einige der Mädchen sind aber schon viel höher aufgeschossen und kaum auf einem solchen Rad unterzubringen. Gerade mal ein Jahr ist es her, dass wir für die Tochter beim Fahrradkauf noch zwischen 20″ und 24″ schwankten… Die Helmsammlung ist eher abenteuerlich. Werkzeug, auch nur eine Pumpe, fehlt, aber immerhin sind die Räder gut gewartet.

Auf dem Parcours werden Stationen aufgebaut: Slalom, eine 8 fahren, unter einer Stange hindurchbücken, fahrend einen Ball in die Hand nehmen und fahrend in einen Eimer abwerfen, Theorie der verkehrssicheren Ausstattung. Das Beherrschen des Fahrrads steht im Vordergrund, auf der Teilnahme am Straßenverkehr und Verkehrsregeln liegt bei Achtjährigen noch nicht das Hauptaugenmerk. “Machen, was die Erwachsenen sagen”, eigentlich ein allgemeingültiges Schulfach, beim gemeinsamen Fahren im Straßenverkehr aber auch sehr wichtig, bedarf noch einiger Übung.

Aus der Beobachtung nehme ich für den Straßenverkehr eine wichtige Lektion für mich mit: Tatsächlich sind selbst die Besseren unter den kindlichen Radfahrern noch nicht in der Lage, zuverlässig auf ihr Rad und auf den Verkehr zu achten. Kommt während einer Übung ein Kind zu Fall, krachen nachfolgende Kinder unweigerlich hinein. Sie schauen auf den Ball, auf andere Kinder, konzentrieren sich auf den Bremsgriff, und sehen nicht, was unmittelbar vor ihnen passiert. Meine Einschätzung, unsere Kinder als ziemlich sichere Radfahrer könnten in naher Zukunft auch einmal unbegleitet aufbrechen, habe ich erheblich revidiert. Es bleibt sicher bei dem, was wir zur Zeit auch machen: Sie fahren, wir achten für sie auf den Verkehr, sie folgen unseren Anweisungen.

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Wir haben’s getan

Wir haben uns von den kleinen und kleinsten Alltagstücken hinreißen lassen und uns auch der Gilde der Motoristen angeschlossen. Neu steht bei uns der “Poschi” (schweizerisch für Postauto) in der Ausfahrt, ein Kleinbus mit Schlafdach und hoffentlich bald dem richtigen Träger, um alle vier Fahrräder mitzunehmen.

Der unmittelbar bevorstehende Sommerurlaub gehört zu diesen kleinen und kleinsten Tücken dazu, und zwar eher zu den größeren darunter: Eine Bahnreise quer durch die Republik mit zwei Kindern, vier Fahrrädern und Gepäck ist einfach mehr als nur ein bißchen unbequem. Solche Touren sind es, die wir auf dem Kieker haben, nicht die Fahrt zum Supermarkt um Milch zu holen oder das Einreihen in die Schlange derer, die ihre Kinder von der Schule abholen.

Indem der Wagen in der Ausfahrt stand und ich daran so allerlei herumzubosseln hatte, begann ein bizarres Ritual: Einer nach dem anderen kamen die Freunde und Nachbarn vorbei, um “Auto zu gucken”, um zu fachsimpeln und zu besprechen. Und sie taten allesamt etwas Merkwürdiges, mit dem ich irgendwie nicht so gerechnet hatte: Sie beglückwünschten mich, dass wir jetzt endlich auch ein Auto hätten. Weil wir eben, getreu der alten Statussymbolfalle, vorher irgendwie nicht komplett waren, uns etwas gefehlt hatte, wir endlich einem Mißstand abgeholfen hatten.

So sehen es die Leut’, allesamt, nur eine einzige sah es anders: eine radfahrende Dame von der Verbraucherzentrale meinte, es sei ja schade, dass noch ein Dieselstinker mehr dazugekommen sei, und wir es nicht geschafft hätten, unseren Fahrrad-Lebensstil durchzuhalten. Nun, der rufe ich zu, dass es hoffentlich nicht ganz so schlimm kommen wird. Und neu, also extra für uns gemacht, war der Poschi nun auch wieder nicht.

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Pizzaradeln

Die Daily Mail wirbt in diesem Artikel für eine englische Serie, “America Revealed”, die mit der Visualisierung von Daten spielt, seien es Bevölkerungsdaten, Stromnetze, oder in dieser Episode die GPS-Daten von New Yorker Pizzaradfahrern. Faszinierende Bilder!

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