Bumm – Service und Rücksicht

Ein neues Rad gab es diesen Sommer für mich, und das bringt veränderte Details mit sich, mit denen man gar nicht unbedingt rechnet. So hatte ich immer einen Busch & Müller Cycle Star-Rückspiegel, und habe es wirklich geliebt, damit von eng überholenden Autofahrern zumindest nicht überrascht zu werden. BrezellenkerMein altes Rad hatte einen Brezellenker, an dem der Spiegel mit einer Schraubschelle befestigt wurde, nicht so schön, aber zweckmäßig.

Eigentlich gehört er ins Lenkerende, mit einem eleganten Klemmsystem aus Alu. Als das neue KTM so einen Lenker hatte, freute ich mich natürlich richtig auf die Befestigung. Und guckte dumm: „Der passt immer, die Innenlenker-Durchmesser sind alle gleich“ hätte ich gedacht, und dachte man wohl auch bei „Bumm,“ denn man erwähnte den Innendurchmesser gar nicht auf der Packung, es gibt auch nur den einen. Aber KTM nimmt wohl dickeres Lenkerrohr, die Klemme passte nicht rein. Mist. Experiment Brillen-SpiegelIch experimentierte mit einem Rückspiegel, der am Brillenbügel getragen wird, das ist gewöhnungsbedürftig (man darf eben nicht den Kopf zum Blick drehen, nur den Augapfel), aber geht. Das größere Problem ist, wohin mit dem filigranen Teil am Ende der Fahrt?

Ich schrieb den Herren Busch und Müller über deren Website, und bekam eine Antwort, wie man sie liebt: Jemand aus dem technischen Service schrieb mir, man habe zwischenzeitlich auch abgedrehte Befestigungen, und man werde mir eine schicken. Wow! Als ich etwas später den Polsterumschlag in Händen hielt, war darin wohl fast eine Art Prototyp, mit handgedrehtem Feeling, aber genau passend. KTM ist ja kein ganz kleiner Hersteller, und womöglich nicht mal der einzige, und man musste wohl reagieren. Mein Fahrradhändler hatte aber Derartiges noch nicht mal im Katalog, ist wohl neu.

Jetzt fahre ich wieder mit Rücksicht, und bin begeistert, dass ein großer Hersteller trotzdem auf jeden einzelnen Kunden eingeht. So muss das!

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Fahrradsicherheit für Kinder: Real informiert

Fahrradsicherheit für KinderWenn das Kind aufs Fahrrad soll, egal ob als Baby in einem Hänger, zum Kindergarten im Kindersitz oder auf das erste eigene Rad, kommen viele Fragen auf die Eltern zu. Fahrradclubs haben Antworten, Fachhändler haben Rat. Um sich einen Überblick zu verschaffen, hat das Kaufhaus Real eine Broschüre online gestellt, die sich jeder kostenlos herunterladen kann.

Auf 18 übersichtlichen Seiten mit Checklisten zu konkreten Fragen erfährt man vieles über Kindersitze, Fahrradanhänger, Lastenräder, Lauf- und Spielräder, über Verkehrsregeln, Beleuchtung und Helme und darüber, dass man Radfahren besser ohne Stützräder lernt.

Eine kleine Website bietet die Broschüre zum Download an und fasst noch einmal einzelne Tipps zusammen: http://www.real.de/kinderfahrrad-ratgeber.html

Das ganze Angebot ist neutral und werbefrei, erst ganz am unteren Rand sind Links zum Real-Onlineshop präsentiert – aber wenn man alles richtig gelesen hat, hat man sicher sowieso begriffen, dass man ein Rad mit dem Kind zusammen ausprobieren sollte. Das kann man bei vielen Händlern, auch bei Real.

Persönlicher Tipp zur Saison: Wenn das Fahrrad unter den Weihnachtsbaum soll, bedenkt, dass es zwar sofort ausprobiert wird, so „richtig“ aber erst im Frühjahr rollt – da ist das Kind schon wieder ein paar Zentimeter größer.

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Fahrradtour am Rhein mit Zelt und Kindern

Das war eine Tour, die erste selbstgefahrene für die Kinder (9 und 11). 217,5 km in vier Tagen, zwischen der Loreley im Süden von Sankt Goar und unserer Heimat im Norden von Düsseldorf. Camping in Koblenz, Bonn-Bad Godesberg und Köln-Rodenkirchen.

Tag 1: Sankt Goar – Koblenz, 52 km

AbflugWir sind auch immer froh, wenn uns so ein Trip ganz ohne den Einsatz des Autos gelingt, aber das bedeutete natürlich auch wieder das unvermeidliche Geschimpfe beim Einsatz der Bahn. Wir waren froh, als wir sie hinter uns ließen und uns ganz auf uns selbst verlassen konnten. Dabei hätten wir gedacht, eine Fahrt im Regionalexpress 5 nach Koblenz, eigentlich gut ausgestattet mit Fahrradabteilen, hätte klappen können. Hätte, hätte, Fahrradkette. Wir waren rechtzeitig am Startbahnhof, hatten viel Zeit, uns aufzustellen, wir fragten die drei SSS durch die Sprechanlage, an welchem Ende das Fahrradabteil reisen würde – und die Information konnte natürlich nur eins sein, richtig oder 100 % falsch, und man muss nicht lange raten, wie sie ausfiel. Als wir am Zug entlang hetzten von der Spitze zum Schluss, fing uns der Zugchef ab, so viel Zeit habe man nicht, wir sollten hier und jetzt einsteigen. Also verteilten wir uns mit je einem Erwachsenen und einem Kind auf zwei Eingangsbereiche eines mit recht vielen Vatertagstouristen gut gefüllten Zugs. Blöd für alle, die an uns vorbei wollten, sie hassten uns, in gewisser Weise zu Recht, aber den Anweisungen des Personals ist nun einmal Folge zu leisten, und auch nicht so prickelnd für uns, die wir bis Köln stehend unsere Räder festhalten mussten. Erst dort gelang uns der Wechsel. Der Zug hatte zudem Verspätung, so dass der Anschluss in Koblenz fort war, der Aufzug stand. Aber da entschieden wir spontan: Mit unserem „Quer-durchs-Land-Ticket“ konnten wir den Abschnitt Koblenz-Sankt Goar genauso gut anders herum fahren. Also radeln hin und Zug zurück statt andersrum.

StolzenfelsEndlich auf den Sattel! Die Sonne schien, der Rhein plätscherte, wir waren nicht zum Ärgern gekommen. Der Rheinuferradweg weist so wenig Steigung oder Gefälle auf, dass es auch da egal ist, ob man stromauf oder stromab fährt. Wir radelten vergnügt von kleinem Ort zu kleinem Ort, allein ist man nie auf diesem Radweg, aber recht ungestört durchkommen kann man trotzdem. Immerhin war Himmelfahrt, das hatten wir uns schlimmer vorgestellt.

Irgendwie gar nicht so höhepunktig war Sankt Goar, ein Hort des Massentourismus. Wir schoben hindurch, waren entschlossen, die Loreley am südlichen Ortsausgang zu sehen, obwohl Töchting dann völlig unbeeindruckt war. Auch mich beeindrucken weniger die Flaggenmasten oben auf des Felsen Spitze, als vielmehr das tatsächlich schwierige Fahrwasser mit seiner Schiffs-Ampel (mit dreieckigen Lichtzeichen, im Foto ganz rechts). Man ahnt, wie man da Schiffe versenken spielen konnte, um dann die Schuld rasch auf ein hairstylendes Frauenzimmer zu schieben.

Loreley

Zurück zum Bahnhof Sankt Goar. Die MRB-Regionalbahn ist ganz ausgezeichnet mit Fahrradabteilen ausgestattet, nur der Bahnhof, aus Kaisers Zeiten (1860), hat sicher nie einen Rollstuhl-Touristen über die schmale, steile Treppe an den Rhein entlassen.

Diese Hürde konnte uns auch nicht mehr schrecken. Nach 52 km waren wir abends auf dem Campingplatz direkt am Deutschen Eck in Koblenz, kaum war unser Zelt aufgestellt, musste doch noch Regen sein – besser so als beim Radfahren, unser Zelt ist dicht. Der Innenstadt-Campingplatz von Koblenz trägt den Wohnwagenhersteller Knaus im Namen, da kann es nicht überraschen, dass er für motorisierten Verkehr optimiert ist, aber die handtuchgroße Zeltwiese direkt hinter dem Toilettengebäude ist schon wirklich nicht schön. Je nun, wir schliefen gut.

Deutsches Eck

Die Vorteile der zentralen Lage überwiegen sowieso. Abends Essen in der Stadt, morgens Einkauf beim „Netto“ direkt am Platz, und dann nach dem Frühstück sofort wieder am Rhein. Diesmal in der richtigen Richtung, gen Heimat, oder zunächst mal gen Bonn.

Tag 2: Koblenz – Bonn-Bad Godesberg, 60 km

Ein sonniger Traumtag. Hier, wo linker Hand nicht sofort ein Berg liegt, gibt es auch schon mal einen Industriehafen, aber der Weg ist ausgezeichnet beschildert, selbst ohne Karte (unsere ist von 1994, stimmt aber noch in allen wichtigen Punkten) kann man nichts falsch machen. Die Kinder nehmen gelegentlich eine Spielplatzpause, das Durchschnittstempo ist keine Ruhmestat, aber die Etmale machen sie schon stolz. Brücke von RemagenEin wohlverdientes Eis versüßt die Brücke von Remagen, und dann kommen auch schon die südlichen Ausläufer von Bonn. Zwei Campingplätze direkt aneinander, der Platz „Siebengebirge“ liegt noch in Rheinland-Pfalz, der städtische Platz von Bonn, Genienau, kaum einen Kilometer weiter, in NRW. Er ist völlig in Ordnung, nicht berühmt, etwas altbacken, aber freie Aufstellung auf einer großen Wiese gefällt uns besser, und die Sanitäranlagen sind einwandfrei. Am Siebengebirge radelten wir noch vorbei, dabei hätte es dort Spielgeräte gegeben, rückblickend wäre er vielleicht schöner gewesen. 60 km standen auf dem Tacho, als wir an der Isomatte horchten.

Tag 3: Bonn – Köln-Rodenkirchen, 43 km

Für den Samstag hatten wir uns vorgenommen, einmal wieder am Rheinauenflohmarkt in Bonn vorbeizuschauen. Die Holde hat früher in Bonn gelebt, und dieser riesige Flohmarkt im Grünen war immer eine tolle Sache. Fünfzehn Jahre später ist er nicht mehr dasselbe, es hilft nicht, wenn man wegen Gepäckbeschränkungen nichts kaufen kann, und es plötzlich viel kälter ist als gestern. Wir hatten alles an, was wir mitführten, Softshell unter Regenjacke, und radelten bald weiter. Es sollte ja noch nach Köln gehen, und das gelang auch. Auch dort ist mehr Camping im Süden, der Platz der Bergers auf dem Westufer wurde unserer, auf der Ostseite wäre der städtische gewesen. Aber diesmal war unsere Wahl sicher gut. Eine schöne Anlage, mit kindgerechtem Spielgerät, freier Platzwahl, Biergarten und phantastischem Sanitär.

Der Abend erinnerte noch an den Ford-Werbespot, in dem der Vater die Kinder in die Sprachsteuerung des Navis brüllen lässt: „Wir haben Hunger! In der Nähe!!“ und die Mutter so das Traumrestaurant aus der Jugend wiederfindet. Das geht auch ohne Auto, denn Google wohnt in meinem Handy und kann das ganz genauso. Es fand ein sehr stylishes griechisches Restaurant – und es passierte das, was gar nicht sein darf: Die griechische Küche hat den Ruf, gut und fleischlastig zu sein, und riesige Portionen zu servieren. Dieses Restaurant entschied, das Stylishe in den Vordergrund zu stellen, zugegeben ausgezeichnete Gerichte zu servieren, aber die Portionen so zu verkleinern, dass hungrige Radfahrer, die 43 km auf der Uhr hatten, das Lokal verarmt, aber immer noch hungrig verließen. Und dabei riet die Kellnerin noch, den Kinderteller für den Sohnemann zu nehmen, die Portionen seien ja groß. Pustekuchen! Pommes im Camping-Biergarten waren erforderlich, um den Tag abzurunden.

Frühstück am Rhein

Tag 4: Köln – Düsseldorf, 62,5 km

Alles vergessen am nächsten Tag. Das Wetter wieder schön, die letzte Etappe soll nach Hause gehen. Ab der Reichweite des VRR-Tickets hätte man mit der S-Bahn verkürzen können, aber die Kinder wollen ganz auf eigenem Pneu bis nach Hause kommen. Hui, durch Köln durch! Aber auch hier geht es, zwischen vielen Sonntagsspaziergängern hindurch. Weiter bis zur Fähre Langel, die wir nur passieren, und zur Fähre Zons, mit der wir den Rhein überqueren. Sie ist zugleich ein Altbieräquator, linksrheinisch war ein Früh-Kölsch-Schützenfest, rechtsrheinisch trank ich schnell wieder mein erstes Frankenheim Alt.

Fähre ZonsNach Zons beginnt auch schon die Urdenbacher Kämpe, mit anderen Worten, Düsseldorf, die fahrradfreundliche Stadt in Nordrhein-Westfalen. Man merkt es den Radwegen sofort wieder an, aber ich will mich nicht in Ironie verlieren. Nur soviel: den Rhein finden wir nie wieder, uns dafür oft genug auf vierspuriger Fahrbahn, obwohl eben noch ein zentraler Radweg angeschrieben war, nicht witzig mit Kindern selbst an einem Sonntag. Vielleicht ist unser Urteil auch subjektiv geprägt. Aber wir waren dann bald zu Hause, letztes Tagesetmal 62,5 km.

Anmerkungen

Unsere Karte war alt, aber stimmig. „bikeline Rhein-Radweg“ (hier aktuell, bei uns von 1994), kann man sich schön auf die Lenkertasche klemmen und los. Aber so wie der Rhein-Radweg ausgeschildert ist, und vielleicht mit der Hilfe eines Smartphones mit Google Maps, kann man auch ohne das Büchlein losfahren.

Unsere Tourenausstattung ist in vielen Jahren vor den Kindern bewährt, Ortlieb-Packtaschen und ein 4-Personen-Zelt, mit 5 kg nicht ultraleicht, aber dafür bequem, und trotzdem problemlos auf den Gepäckträger zu schnallen. An ihren 24″ Rädern haben auch die Kinder Packtaschen: Ortlieb-Lowrider für Erwachsene machen sich hervorragend als hintere Packtaschen am Kinderrad. Wir verzichteten diesmal auf Kochausstattung zugunsten von Imbiss, Restaurant und Aldi-Markt. Der Rhein ist ja nicht eben die Wildnis.

Wasserflaschen gehören an jedes Rad. Schade, dass so viele Kinderräder keine Bohrungen für eine Halterung haben. Kabelbinder können helfen, neigen aber zum Verrutschen.

In der Lenkertasche ist, was man so braucht:

  • Taschenlampen für den Campingplatz, ich mag am liebsten die Stirnlampen von LED-Lenser.
  • Erste Hilfe, die ich nicht für uns brauchte, war dennoch nützlich, als an den Pollern bei der Fähre Langel eine Rennradfahrerin im hohen Bogen über den Lenker abstieg. Sie blieb zum Glück insgesamt heil, nur ein paar Schürfwunden fanden ihr Pflaster, und die Kette war raus.
  • Das Multitool zum Flickzeug, denn selbst an der Ortlieb-Qualität kann sich einmal eine Schraube lösen, und so flog kurz vor Bonn plötzlich der Lowrider der Tochter im ähnlich hohen Bogen davon. McGyver stand mir bei, und mit einer Schraube ihrer Tacho-Halterung konnte ich sie ersetzen.
  • Smartphones haben ja immer Durst, und auf Campingplätzen ist Strom immer Mangelware. Mit einer Powerbank konnte ich tatsächlich alle drei Nächte überbrücken. Etwa 10.000 mAh braucht man dafür, und muss kaum über 20 Euro dafür ausgeben, ein Beispiel (neu gibt es auch Geräte mit Solarpanel im bezahlbaren Segment, wie dies, ich habe aber noch keine Erfahrungswerte).
  • Taschenmesser für Brot und Salami und Löffel – nicht lachen, aber man kann sich beim Lebensmittelmarkt gut mal einen Pudding o. ä. zum Picknick gönnen, und wenn man die Küche auch ganz zu Hause gelassen hat, nimmt dies Detail doch gar keinen Platz weg.
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Summer in Sweden

For three years now we have started planning for a Sweden trip, but ended up twice in Wales or Scotland instead. This year it shall be it, though I’ll start believing it when I’ve bought the Camping Key Europe card and the ferry tickets…

Camping 2003The corner posts are

  • Travemünde-Trelleborg as ferry entry point
  • BRIO lekoseum in Osby
  • Öland with Eketorp castle and a glass blower workshop
  • Astrid Lindgren’s world in Vimmerby
  • Stockholm with the Vasa
  • lakes Vänern/Vättern
  • Göta canal (Göta älv)
  • Copenhagen
  • Legoland in Billund

We have done a similar trip in 2009 with the children, though they were too little to remember too many details. In 2003 we had a quite different trip that involved only cycling and no children yet. As usual we will be camping with the adventure bus, and will be bringing our bikes for local trips. This time we are thinking about doing a longer bicycle trip (about 3 days) along the western part of the Göta canal, the Göta älv.

Bullerbyen 2009The route would roughly look like this in Google maps. Hey, it’s just a first sketch. For all we know we may end up in Cumbria after all!

When we took up planning for the UK, the children were quite happy with Für Eltern verboten: Großbritannien: Der cool verrückte Reiseführer (the German version of Not for Parents, a child-friendly guide by the Lonely Planet). So obviously we looked for Not for Parents Sweden this time. Alas, it wasn’t written yet! We may have to do just that.

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Mehr über Zelte: Outwell Nevada M und ein Nachtrag

Ein letztes Mal diente uns das im letzten Artikel beschriebene Our Planet Cordilliera 4 zum Anfang dieser Sommerreise noch als Hauptzelt. Dann endete ein Besuch beim britischen Ausrüster „Go Outdoors“ mit dem angedrohten Kauf eines größeren Familienzelts. Gleich mehr zu diesem, doch nicht ohne die Abschlussepisode des Zelts, das sich fortan „unser Mittelgroßes“ nennen soll:

Wir hatten den Besuch beim Ausrüster bewusst direkt an den Anfang der Reise gelegt, wir wollten uns nicht mehr lange mit dem alten Cordilliera 4 abgeben, führten es aber als Reserve noch mit. Nach Fährfahrt und Kauf des neuen Zelts wurde es spät, als wir auf dem ersten Campingplatz ankamen, und der Bauer zeigte mahnend auf aufziehende graue Wolken. Wir glaubten an Regen und entschieden, unser altes, vertrautes Zelt schneller aufbauen zu können als das neue, mit dem wir noch nicht vertraut waren. Wir hatten recht, aber anders als erwartet:

Es gibt keine Bilder von dem Sturm, der etwa dreizehn Minuten später über den Platz fegte, es kann keine geben, denn zwar hatte ich das Zelt in gewohnter Weise aufgerichtet, mit Heringen an den Ecken und zwei Leinen an den Enden, als das Wetter sich entlud, und es war eben kein einfacher Regen. Frau und Kinder waren im Inneren des Zelts, und das war gut so, denn so konnte es sicher nicht wegwehen – es blies mit Sturm- bis Orkanstärke, und das flexible Alugestänge legte sich zeitweise komplett flach auf den Boden. Panisch war ich nicht, aber hektisch, im waagerecht strömenden Regen hantierte ich mit Gummihammer, Heringen und Abspannleinen an allen sechs Endpunkten, bis das Zelt wirklich sturmsicher befestigt war. Ungeachtet des tollen Wetters verbrachten wir eine weitere ruhige Nacht in einem soliden Zelt, das keinen Mucks mehr machte, und das sich am nächsten Morgen auch völlig unbeschädigt zeigte, obwohl es doch zeitweise für so ein Unwetter völlig unzureichend abgesichert war. Einen besseren Qualitätsbeweis als an seinem letzten Tag hätte uns das Zelt in allen Jahren nicht liefern können. Dass es regendicht ist, wussten wir schon lange, aber sturmsicher bis zum Orkan, phantastisch.

Outwell Nevada M

Wir hatten es angekündigt, wir sind motorisiert und bequem geworden, und es sollten andere Zeiten und andere Zelte kommen. Wir hatten lange mit einem Outwell-Zelt geliebäugelt, uns die meisten aber neu nicht leisten wollen, und Kleinanzeigen waren immer sofort weg, andere dachten wohl ähnlich wie wir. Es wäre also bei dem britischen Ausrüster wohl eine Eigenmarke geworden, wenn nicht plötzlich dort ein Outwell Nevada M, wohl ein Vorjahresmodell, als Sonderangebot gestanden hätte. Es ist ein Fünf-Personen-Zelt mit zwei Schlafkammern, vollständig geschlossenem Boden und geräumiger Apsis, die Platz für Tisch und Stühle bietet, ziemlich genau was wir gesucht hatten.

Outwell Nevada M

Es diente uns jetzt eine Saison lang, und hat einiges ausprobiert in dieser Zeit. Wir konnten es etwa ab dem dritten Tag schnell und geübt aufstellen, hatten allen Platz, den wir uns wünschten, es ist pottdicht im Regen, und seinen ersten Sturm – ähnlich dem oben beschriebenen – wetterte es auch ab. Seine Details sind gut durchdacht, seine Fensterfronten machen es hell und einladend, seine Schlafkammern mit herauszippbarer Trennwand sind geräumig. Natürlich ist es größer im Packmaß und schwerer, ich habe ja schon erklärt, dass es diesmal nicht darum ging, ein Fahrradzelt zu suchen. Aber die gut verarbeitete Tasche über die Wiese zu tragen ist jedenfalls kein Problem.

Specs: 4,85 x 3,60 m, Gewicht 18,2 kg, 3.000 mm Wassersäule Zelt, 10.000 mm Boden.

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Reviews aus der Vergangenheit: Our Planet Zelte

Unsere diesjährige Campingtour wird voraussichtlich eine Veränderung mitbringen: da unsere Kinder größer werden, und wir seit letztem Jahr zum Transport von „Pütt und Pann“ und den Fahrrädern einen Kleinbus nutzen, haben wir viel Platz, und unser Zelt ist uns zuletzt ein wenig zu klein geworden, so dass wir uns nach einem größeren Familienzelt umsehen.

Genau das gibt mir aber Gelegenheit, liebevoll auf unsere beiden Zelte der Vergangenheit zurückzublicken: Die Our Planet Zelte Cantana 3 und Cordilliera 4.

Our Planet Cantana 3

2003 für unser erste Schweden-Fahrradreise angeschafft, sollte das Cantana 3 ein Leichtgewicht von anständiger Qualität für 2 Personen werden, und genau das wurde es auch.

Our Planet Cantana 3

Mit 3,5 kg ist es wahrlich ein Leichtgewicht, und die nominell drei Schlafplätze sind – diese Formel gilt ja meistens – geräumig für zwei Personen. Wie alle Zelte, die wir kennen von Our Planet, der Eigenmarke, die der „Oudoor-Schotte“ McTrek heute leider nicht mehr anbietet, war die Qualität trotz des ausgezeichneten Preises hervorragend und ist es vor allem bis auf etwas ausgebleichte Farben auch noch heute, elf Jahre später. Sturmsicher, pottdicht, leicht auf- und abzubauen. Gut verarbeitet. Passgenaues Alugestänge.

Our Planet Cordilliera 4

Was soll ich sagen, es kamen Kinder hinzu, und unser Bedarf an Zeltfläche wuchs. Vier Menschen mussten untergebracht werden, und in der Apsis sollten nicht nur ein paar Packtaschen stehen, man wollte dort auch einmal hocken, um auch bei Regen eine Mahlzeit einzunehmen. Trotzdem blieb das Cordilliera 4 vom selben Hersteller ein Radfahrerzelt, mit 5,3 kg weiterhin bequem auf den Gepäckträger zu klemmen. Es bietet mit 2,50 m x 4,20 m zwei Erwachsenen und zwei Kindern guten Platz, für vier Erwachsene würde ich es wiederum nicht unbedingt nehmen, da sich die vier Isomatten am Fußende auch leicht überlappen müssen. Stehhöhe ist in dieser Klasse einfach nicht zu erreichen, mit 1,50 m immerhin bequeme Sitzhöhe. Alles oben Gesagte zu Qualität, Dichte und Haltbarkeit gilt auch bei diesem Modell, es ist seit 2007 bei uns und hat viele Reisen mit Kindern schadlos überstanden.

Our Planet Cordilliera 4

Our Planet Cordilliera 4

Was mit Kleinkindern groß wie ein Ballsaal war, ist es mit einer Zehnjährigen und ihrem Bruder nicht mehr ganz so. Die 20 Kilo eines Familienzeltes würde man niemals auf ein Fahrrad aufladen, im Auto sind sie unbedeutend. Deshalb blicken wir nach vorn auf etwas Größeres, bis die Kinder mit uns zusammen wieder reine Radtouren machen. Und dann werden sie sicher noch einmal ausgepackt: beide Zelte zusammen.

biede Zelte

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Mach mal einen Punkt, Ferrero: Unsere .kinder gehören uns

Mit Schrecken lese ich bei Heise, dass Ferrero wieder kämpft, diesmal um die neue generische Top Level Domain .kinder. Das ist nicht neu, der Kampf wurde schon vor anderthalb Jahrzehnten um einzelne Domänen (also den „Mittelteil“ vor der Endung wie z. B. .de oder .com) geführt und im allgemeinen im deutschsprachigen Raum verloren, so gehört Ferrero zwar kinder.it oder kinder.fr, aber weder kinder.de noch kinder.at oder kinder.ch, denn „auch der hohe Bekanntheitsgrad der Marke ‚kinder‘ vermag nichts daran zu ändern, dass unter ‚kinder‘ in erster Linie junge, minderjährige Menschen verstanden werden und nicht Lebensmittel“, so entschied das österreichische Gericht den Streit um kinder.at.

Am liebsten hätte Ferrero den Schutz ja für jede Nennung des Worts Kinder (z. B. Zahnbürsten, zumindest aber Süßigkeiten), während die gefühlte Wahrheit hier in Deutschland ganz anders aussieht: Persönlich anerkenne ich eigentlich nur das Traditionsprodukt Kinder-Schokolade als von der allgemeinen Lebenserfahrung gedeckt, schon die Werbung für „Kinder-Überraschung“ kann nicht verhindern, dass die Nutzerin an ein generisches Überraschungsei denkt. Bei den Top Level Domains, die jetzt eben neu auch mehr sind als nur Länderbezeichnungen oder, im Heimatland des Internet, .com/.net/.org, geht es also wiederum um Marken vs. generische Begriffe, „closed generics“, bei denen die Amerikaner wieder nur an Beispiele wie .books (hätte Amazon gern) oder .car denken. Solche sollen dann nicht einem Quasi-Monopolisten zur alleinigen Nutzung offen stehen, sondern jeder soll sich darunter registrieren können. Ich kenne einige, die sich vermutlich zusammen mit mir um family.bike Gedanken gemacht haben, wie familyonabike.com, familyonbikes.com oder fietsenmetkinderen.nl, die uns damals auf den eigenen Namen brachten (aber gelandet ist sie wieder mal nur als Parkdomain bei Internetwegelagerer GoDaddy). Wie so oft haben die Amerikaner bei generischen Begriffen aber nur bis zur Nasenspitze ihrer eigenen Sprache gesehen, hier in Deutschland war niemand wach, und jetzt ist der Deutsche Kinderschutzbund empört. Kleinere Websites wie diese müssen derweil erleichtert sein, dass Ferrero nichts mit Fahrrädern macht…

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‚I know what I’m doing‘: Motorist pulling thirty-tons box through inner city insists he WASN’T putting people in danger

The last time I went to London I observed the most curious device: A motorist had an enormous steel box attached to the rear of his car. It was probably 8 ft wide, wider than most cars, 8 ft high, higher than any car, and 40 ft long, as long as a bus. The car with the box must easily have weighed 30 tons – as much as 300 cyclists with their bikes. He was pulling the contraption, which barely enabled him to see more than through his front windshield, through the inner city at rush hour.

When I enquired with a road safety police officer he told me they ‚knew what they were doing‘. Apparently people had been carrying goods in those ‚HGVs‘ on this route for years, and he probably thought the annoying tourist was ‚unfair‘ on motorists. He insisted they WEREN’T putting people in danger.

Since my return from London, six cyclists have died in London in just two weeks. They were run over by HGV trucks, lorries, and buses, often in their own separate bike lanes. While the above encounter (including the capitalization) is a fictitious response to a quite outrageous Daily Mail article, the rate of accidents is very much real, making it obvious where the dangers lie, and where to look to improve the situation.

A cargo bike, apparently a rare sight in central London

A cargo bike, apparently a rare sight in central London

London, like many other places, has recently experienced a bike boom, and cyclist-friendly mayor, Boris Johnson, is now struggling to turn his multi-million-people city around like a sluggish supertanker, reacting to the increased demand for cycling safety. When he erected bicycle lanes, people complained that they were merely „blue lines painted on the road“ and this was insufficient. When cyclists stop on the inside of HGVs, in the drivers‘ blind spot, „they may well have the right to be there“, as acknowledged by Met Traffic Command chief Jones, but they are maimed anyway. And the current approach of Johnson and Jones – increased police presence allegedly seeking for reckless drivers and riders alike, yet stopping 70 lorries and 100 cyclists – is a desperate measure and is looking in the wrong places.

The fact is, and it is the same in London or Düsseldorf,

  • that city traffic is on the verge of collapse,
  • that any cyclist is one less car and therefore actively helping relax this threat scenario,
  • that all we have to stop each other from killing us is a feeble construction of rules, lines, white or blue alike, and blinking lights that barely anyone is following,
  • and while any participant not following those rules is a troublemaker, a truck of 30 tons IS putting people in danger, a cyclist on a bakfiets is only a threat to himself.
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Mein Test: Dein Text. Dein Motiv. Dein picShirt.

blab [sponsored post]

Die Möglichkeit, T-Shirts und andere Textilien mit eigenen Motiven zu bedrucken, war früher wenigen Copyshops vorbehalten und gehört heute zum guten Ton des Internets. Ein Anbieter muss da also etwas vorweisen können, was den Vergleich zu anderen Anbietern wert ist: Die Bestellung muss komfortabel sein, die Textilien von anständiger Qualität, der Preis konkurrenzfähig und die Qualität des gelieferten Drucks sollte überzeugen.

Shirts mit eigenem Text selbst gestaltenWer es schnell machen will, möchte Shirts mit eigenem Text selbst gestalten, und erwartet, dass dieser Vorgang wirklich nur wenige Mausklicks dauert. Nun, picShirts.de liefert: Beim Aufruf der Site ist der „Creator“ schon geöffnet, ein T-Shirt wählen, den Reiter „Text“ wählen, losschreiben, in den Warenkorb. Schneller geht’s nimmer.

Shirts mit eigenem Motiv selbst gestaltenWer dagegen etwas wirklich Eigenes entwickeln will, mit Fotos oder Logo, der möchte Shirts mit eigenem Motiv selbst gestalten, und erwartet, dass er volle Kontrolle und Einstellmöglichkeiten hat. Nun, picShirts.de liefert: Du kannst deine eigene Grafik- oder Bilddatei hochladen, online im Creator z. B. noch Silhouetten verändern oder rotieren, du wirst über eine verständliche Sternchen-Ampel informiert, ob deine Bildauflösung für die gewählte Größe gut genug ist, Transparenz bei PNG-Daten wird beim Druck berücksichtigt. Auch eigene Grafiken mit Text oder Cliparts zu kombinieren ist gegen Aufpreis möglich. Das alles klappt im picShirts.de – Shirt-Creator problemlos.

picshirts_LogoDie ganze Website verspricht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, gute Qualität, günstige Preise, die Möglichkeiten des Creators, die Garantie eines Trusted Shop. Und so ist denn auch die Seite um den Shirt-Creator herum bewusst sparsam gebaut. Alles Wichtige spielt sich darin ab. Natürlich hat man beim guten alten T-Shirt-Druck heute auch neue Ansprüche: Ich mag z. B. Produkte aus Organic Cotton, und auch die werden geliefert. Oder man möchte ungewöhnlichere Dinge in individuelle Geschenke verwandeln – dafür gibt es nicht einfach nur T-Shirts, sondern auch Hoodies, Babybekleidung, Regenjacken, Caps, Kissen oder Smartphone-Cover. Oder man erstellt selbst einen QR-Code und druckt ihn werbewirksam auf…. bestickt Polohemden… Wenn es textil ist, ist es möglich. Tassen gehen hier nicht :-)

Natürlich kann man die Qualität am Ende erst beurteilen, wenn man sein eigenes Produkt in Händen hält, und so habe ich einen Testdruck bestellt. Mein Hoodie mit dem neuen Logo von „Radfahren mit Kindern“ sieht wirklich gut aus, ist aus einer sehr anschmiegsamen Faser und ausgezeichnet bedruckt. Wie ich schon schrieb, werden Transparenzen freigestellt, das Weiß ist deckend. Ich bin höchst zufrieden. Versandt wurde mit DHL, eine Waschanleitung liegt ebenso bei wie zwei Gutscheine zur Anrechnung auf die nächste Bestellung – eine nette Geste.

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Das selbstradelnde Hinterrad – Perpetuum mobile oder unendliche Geschichte?

Seit Anfang 2010 auf der Kopenhagener Klimakonferenz das „Copenhagen Wheel“ vorgestellt wurde, rollt die Idee eines Nachrüstsatzes für ein Elektrofahrrad, das sich auf den Austausch des Hinterrads beschränkt, durch unsere Köpfe.

Copenhagen Wheel 2010

Oder trudelt, sollte man vielleicht besser sagen. Denn in Schwung kam die Idee nicht, auch noch nicht, als 2011 eine Schweizer Firma mit an Bord stieg und das „e-Jalopy“ daraus machte.

GreenWheel E-jalopy 2011

Auch das wurde nichts, die Zeit berichtet, dass der Schweizer den Ursprungsentwickler aus dem Boot warf und mit einer neuen Website durchstartete – man schaue selbst, auch diese dümpelt nach heutigem Stand nur inhaltsleer.

Aber natürlich ist so eine Idee, einmal in der Welt, auch in den Köpfen anderer Leute. Und so versucht es jetzt der nächste mit einem Kickstarter, er hat die Idee 1:1 re-engineert. Alle Ursprungselemente sind weiterhin an Bord, der 250W-Motor, die Smartphone-App, das „Abschließen“ mit demselben. Neu ist ein LED-Scheinwerfer in der Smartphonehalterung und ein eigener GPS-Sensor im Hinterrad, der bei Diebstahl helfen soll.

FlyKly Smart Wheel 2013

FlyKly Smart Wheel 2013

Der geneigte Leser sagt: Abwarten. Das Fahrrad ist jetzt bald 200 Jahre alt, es hat vieles gesehen. Neue Ideen setzen sich durch, wenn ihre Zeit gekommen ist usw. usw. Manchmal gelingt es, der Helmairbag Hövding aus derselben Zeit kommt inzwischen wirklich in Schwung, er ist z. B. im Tagesspiegel oder sogar bei Amazon angekommen.

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