Beziehungskisten beim ADFC

Ausführliche Berichte über verschiedene Formen der Fahrradmobilität mit Kindern bietet die aktuelle ADFC-Mitgliederzeitung unter der Überschrift “Beziehungskisten”. Kindersitze werden ebenso behandelt wie Fahrradanhänger, Trailerbikes und Transportfahrräder. Selten: ein Test des Burley Cub, des Anhängers, den wir benutzen (auch der letzte Test hatte ihn wieder vergessen). Spannend finde ich auch noch Transportwunder wie das Bakfiets oder das Christianiabike, abschreckend aber, daß sie anderthalb bis über zweitausend Euro kosten.

In einem separaten Artikel werden Babytransport im Tragetuch vs. Weberschale rechtlich verglichen, ein dritter befaßt sich mit der Rückschau auf die Kopenhagener VeloCity.

Das Blatt gibt es soviel ich weiß nur für Mitglieder (und natürlich in ADFC-Geschäftsstellen oder auf öffentlichen Veranstaltungen als Werbematerial). Ein Beitritt ist lohnend – dies ist nicht die einzige lesenswerte Ausgabe.

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Den Cartoon…

Den Cartoon mußte ich gerade mal ungefragt vom ADFC/Renate Alf borgen. Weil er einfach so treffend unser tägliches Leben beschreibt – wir nennen das Ding “die Kutsche”, und in die Sprechblase gehört eigentlich “schneller, Papi, schneller!”

Womit ich beiläufig noch darauf hinweisen möchte, daß der ADFC jedem, der heute über diese Website das Stichwort “Twitter” in die Bestellung schreibt, das neue Bett&Bike-Verzeichnis kostenlos zukommen läßt. Also heran!

Es lohnt sich vielleicht, @Fahrradclub und @radmitkindern zu folgen…

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Und noch eine reiseradlustige Familie bricht auf

Diesmal erwähne ich die Familie von Stuart und Kirstie, die englische familyonabike. Sie haben sich für diesen Sommer einen kleinen Rundtrip vorgenommen – 2.000 km rund um die Ostsee. Von Dänemark über Deutschland, Est-Lett-Lit nach Finnland (nämlich zu den Mumins) und zurück durch Schweden. Mit 3 Kindern, Tandem und Triplet und Hänger.

Why not bike to the beach this summer?   on Twitpic

Das Abenteuer startete mit etwas Regen, wir haben dieses kleine Unwetter ja alle mitbekommen. Jetzt ist man auf Sylt.

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Still-Leben mit 20.000 Tischen ohne Bahn

Die Idee, die A40 im Rahmen der “Kulturhauptstadt” für einen Tag für den Autoverkehr zu sperren und statt dessen für Radfahrer und Fußgänger freizugeben, hat mir von Anfang an so gut gefallen, daß ich schon vor einem Dreivierteljahr darüber schrieb. Jetzt wird es ernst: am Sonntag in 8 Tagen, am 18. Juli 2010, ist es so weit.

20.000 Bierzeltgarnituren stehen bereit (Foto © Christoph Müller-Girod)

Ernst wird es jetzt auch mit den Details der Umsetzung: So wurden bei der Pressekonferenz die 20.000 Bierzeltgarnituren faßbar gemacht, mit denen die eine Spur wohnlich eingerichtet werden soll, während die andere Spur Radfahrern und anderen nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmern das Fortkommen erlauben soll. Und so wurde erst jetzt, nachdem schon lange Werbung dafür gemacht wird, durch das Land die erforderliche Genehmigung erteilt. Und so wird jetzt deutlich, daß die DB, die als “Mobilitätspartner” des radfahrerfreundlichen Projekts fungiert, diese mal wieder gar nicht auf dem Schirm hat. Wegen des insgesamt erwarteten Andrangs – bei gutem Wetter werden 3 Millionen Besucher erwartet – und der insgesamt nicht so optimalen Anbindung – Autobahnen sind natürgemäß nicht gut an den ÖPNV angebunden – setzte man nicht etwa Sonderverkehr ein, sondern schloß Radfahrer kurzerhand komplett von der Beförderung aus. Der ADFC ist entsetzt und urteilt “dafür erhält die DB und der VRR vom ADFC NRW die Note 5-”

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Familyonbikes – die Reise der Vogels

Ein Blog, dem ich derzeit begeistert folge, ist das Blog der amerikanischen Familie Vogel, die mit ihren zwei Zwölfjährigen auf Fahrrädern von Alaska nach Patagonien den amerikanischen Kontinent durchradelt. Zwei Jahre sind sie jetzt unterwegs, sind jetzt in Peru und haben in den letzten Wochen die Andenpässe überquert. Es ist ungemein spannend zu verfolgen, was die so erleben!

Die Vogels in den Anden - (Photograph © Nancy Vogel, used by permission)

Derzeit diskutiert Mutter Nancy Vogel mit Blogger Brian Cuban über die Frage, ob ihre Kinder (stellvertretend für die Kinder anderer Rekordjäger) vom Erlebten profitieren oder von den Eltern ausgenutzt werden. Für mich ist recht deutlich, daß man sich in diesem Fall keine solchen Sorgen machen muß: die Kinder sind mit Elan dabei, werden nicht überfordert, haben logischerweise die besten Bindungen zu den Eltern, mit denen sie alles zusammen erleben und werden von der Mutter, einer Lehrerin, auch gut ausgebildet.

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Fahrraddiebstahlsicherungsidee

Fast aufgeregt kam der Vornamensgenosse von den Radgaragen an und wies mich auf ein scheinbar tolles neues System zur Diebstahlsicherung wertvoller Fahrräder hin.

Man kennt es schon von Autos: An unauffälliger Stelle wird ein winziger GPS-Locator versteckt. Wird das Auto gestohlen, wird er aktiviert und verrät dem Besitzer die Position. In einer Fernsehreportage erfuhr ich einmal, das sei eins der zuverlässigsten Systeme, da es dem Dieb praktisch unmöglich ist, ein ganzes Auto nach einer kaum zigarettenschachtelgroßen Box abzusuchen. Das ist beim Fahrrad natürlich etwas schwieriger, aber die Firma hat eine vergleichbar gute Lösung gefunden: der GPS wird in der Sattelstange versenkt und aus dem Nabendynamo gespeist. Das macht ihn zumindest von außen unsichtbar. Der Erfolg steht und fällt dann mit der Schnelligkeit der Ortung. Dem Dieb darf keine Zeit bleiben, das Gerät zu finden, und das heißt, der Dienstanbieter (das soll der Fahrradfachhändler sein) muß 24stündig erreichbar sein, um die Ortung durchzuführen. Wenn ich aus der Altstadtkneipe komme und mein Rad ist weg, dann reicht es nicht, die Ortung Montag morgen auszuführen.

Das Gerät sollte für verblüffend günstige 50 EUR zu haben sein, mit einem akzeptablen Deal als Haken: Für die Ortung muß man  an den Fahrradhändler 15 EUR zahlen – aber wenn das Rad erst einmal gestohlen und die Ortung erfolgreich ist, genau dann ist man natürlich gern bereit, diesen Betrag noch nachzuschießen, allenfalls ersetzt ihn sogar die Fahrradversicherung.

Irgendetwas war zu schön um wahr zu sein, ich fand es dann im Kleingedruckten des Impressums versenkt: Die Firma gibt es gar nicht, vielmehr sahen wir den Gewinner eines Schüler-Gründungswettbewerbs, ein theoretisches Denkmodell, kein reales Produkt. Aber die drei Jungs und ein Mädchen haben ganze Arbeit geleistet, sind wohl sogar etwas über das Ziel hinausgeschossen: eine vollständige Website, mit Impressum, mit GmbH, mit Handelsregistereintrag, mit Domain und E-Mail-Adresse. Man muß etwas zu genau hinsehen, um zu erkennen, daß die GmbH fiktiv ist, und die Domain gibt es dummerweise sogar, sie gehört einer völlig anderen Firma in einer anderen Stadt, ich bezweifle, daß die um Erlaubnis gefragt wurden.

Tatsächlich wurde hier aber eine interessante Idee vorgelegt, die hoffentlich wirklich verfolgt wird. Ich halte die Rahmenkonstruktion für absolut realisierbar, nur an das Preismodell glaube ich nicht. Aber dem Rat folgend, man solle 10% des Radwerts für ein gutes Schloß ansetzen, wären sicher einige bereit, auch noch einen Hunderter für das Konzept auszugeben, und zu dem Preis wird die Idee schon reeller.

Ich werde dranbleiben an den Jungunternehmern und das verfolgen.

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Unsicherheitsfahne

Das neueste Item, das perfekte “must-have” für den kleinen City-Biker ist – eine unsichtbare Sicherheitsfahne wie z. B. von Capt’n Sharky: schwarz-weiß! Genau dann, wenn es drauf ankommt, in schwierigen Sichtverhältnissen, kann der nachfolgende Autofahrer sie viel besser perfekt ausblenden. Warum auf Signalfarben setzen…?

z. B. hier bei Amazon. Aber nein, das ist keine ernstgemeinte Kaufempfehlung. :-(

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Neue Radstation in Ratingen-Ost

Es war schon lange eine Radstation am S-Bahnhof Ratingen-Ost, viel länger als in der großen und selbsternannt fahrradfreundlichen Nachbarstadt Düsseldorf. Langzeitarbeitslose erhielten dort eine Chance auf Wiederintegration, und Radler eine auf Wartung und Aufbewahrung. Nur: es sah nicht so schick aus, wie man es an anderen Stellen schon mal erlebt hatte, und es war recht beengt. Es muffte eben ein wenig nach, nun ja, Sozialdienst Katholischer Frauen, denn ausgerechnet der war der Träger.

Das ist jetzt anders. Jetzt ist alles schick und geräumig, wie das folgende Video von Center-TV zeigt. Jetzt wird es ein Genuß, sein Rad in die Hände der katholischen Frauen zu legen – von denen kenne ich übrigens einige, die radfahren können…

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Radregeln

Na, wer kennt alle Verkehrsregeln? Sicher kennt nicht jeder die Regeln für Personenbusse oder LKW über 7,5 Tonnen, muß er ja auch nicht, wenn er kein solches Gefährt bewegt. Da die meisten Radler einen Autoführerschein haben, sollten sie die Regeln der PKW kennen, die sich mit ihnen den Verkehrsraum teilen. Aber auch die Autofahrer sollten die speziellen Regeln kennen, die für Radfahrer gelten – da etliche von ihnen erst in jüngerer Zeit eingeführt wurden, ist das nicht selbstverständlich. Einbahnstraße gegen die Richtung befahren? Man muß nicht alt wie Methusalem sein, damit man die Regeln dafür in der Fahrschule nicht gelernt hat. Benutzungspflicht eines vorhandenen Radwegs beurteilen? Das ist von so vielen Faktoren abhängig und hat sich in den letzten zwölf Jahren so erheblich geändert, daß es für den Autofahrer einfacher ist, anzunehmen daß der Radler auf der Fahrbahn fahren darf. Andere Regeln, wie die anderthalb Meter Seitenabstand beim Überholen, galten schon immer und werden trotzdem zu selten beachtet.

Der Stern hat einmal sehr schön und ideologiefrei die aktuellen Regeln für Radler und Autofahrer miteinander aufgeführt. Mancher kann da noch etwas lernen.

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Neuer Anhängertest mit dramatischem Ergebnis

ADAC und Stiftung Warentest haben sich zusammengetan, um zum ersten Mal seit 2005 wieder einen großen Test für Kinderfahrradanhänger zu machen. Das Ergebnis ist erschreckend:

Vier von sieben Mal mangelhaft! Nur einmal gut!

Nicht weniger verblüffend, daß es nicht immer die Sicherheit war – die wurde eher als anständig bezeichnet -, sondern die Schadstoffbelastung der Hänger. Praktisch alle Teile, Planen, Polster, Gurte, waren belastet.

Ich werde mir unbedingt das Heft gönnen, hier die Voransicht.

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